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Wohnplätze für Flüchtlinge in Berlin: An diesen 52 Standorten werden Flüchtlingsunterkünfte gebaut

Kantige Zweckbauten aus vorgefertigten Teilen: So sollen die modularen Bauten für Flüchtlinge, kurz Mufs, aussehen. Sie sollen in Varianten an 60 Standorten Berlins enstehen.

Kantige Zweckbauten aus vorgefertigten Teilen: So sollen die modularen Bauten für Flüchtlinge, kurz Mufs, aussehen. Sie sollen in Varianten an 60 Standorten Berlins enstehen.

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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin

Die Suche nach Plätzen zum Bau der geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Berlin steht kurz vor dem Abschluss. Von den benötigten 60 Standorten sind bislang 52 geeignete Areale ermittelt worden. Das berichteten am Dienstag Finanz-Staatssekretärin Margaretha Sudhoff und Petra Hildebrandt von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, die mit der Suche beauftragt wurde. Hildebrandt hatte mit einem Team der Stadt und Land in den vergangenen Monaten mehrere tausend Grundstücke überprüft.

Insgesamt sollen an 60 Standorten in Berlin Wohnplätze für rund 24.000 Menschen geschaffen werden. Damit die Unterkünfte schnell entstehen und preiswert sind, sollen sie in modularer Bauweise errichtet werden. Das heißt, die Wohnhäuser sollen aus möglichst vielen vorgefertigten Teilen zusammengesetzt werden. Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge, kurz Mufs, werden die Unterkünfte genannt. Bis zu 450 Wohnplätze sollen pro Standort entstehen, sagte Petra Hildebrandt.

Schwerpunkt Ost-Bezirke

Die bisher ermittelten 52 Standorte verteilen sich fast auf die ganze Stadt. Der Schwerpunkt liegt jedoch in den östlichen Bezirken. In Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg sind keine Mufs geplant. Dort gibt es freilich schon jetzt sehr große Notunterkünfte mit teils mehr als 1000 Menschen – etwa in den Hangars am Flughafen Tempelhof oder am Olympiastadion.

Geeignet für den Bau der modularen Unterkünfte ist der Untersuchung zufolge das Areal der Schmidt-Knobeldorf-Kaserne in Spandau, wo bereits bis zum Einbruch der ersten Kälte Flüchtlinge in Zelten untergebracht waren. Dort muss die Bebauung jedoch noch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

Schon jetzt Widerspruch

Weitere geeignete Standorte sind ein ehemaliges Kasernenareal an der Fürstenwalder Allee 356 in Treptow-Köpenick, eine ehemals militärisch genutzte Fläche an der Rheinpfalzallee in Karlshorst, das Areal eines ehemaligen Containerdorfs am Lindenberger Weg 19 und 27 in Pankow sowie ein Grundstück an der Reinickendorfer Cyclopstraße 13.

Die Liste der Standorte soll am Donnerstag im Rat der Bürgermeister den Bezirken präsentiert werden. Ersten Widerspruch gibt es schon jetzt. Die Bürgermeisterin von Lichtenberg Birgit Monteiro (SPD) sagte, sie halte den Standort an der Rheinpfalzallee in Karlshorst für nicht geeignet, weil das Grundstück mit Schadstoffen belastet sei. Es gebe aber andere Plätze in ihrem Bezirk, auf denen eine Bebauung möglich sei. Dass modulare Bauten für die Flüchtlinge errichtet werden sollen, finde sie aber gut, sagte Monteiro. Im nächsten Jahr sollen die ersten Mufs stehen.



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