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Wohnraum: Keine Erkenntnisse, wo Berlin aufstocken kann

Andreas Otto, Grüne

Andreas Otto, Grüne

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grüne Fraktion Berlin

Das sei nicht ermittelbar, heißt es in der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Andreas Otto.

In Berlin gibt es danach rund 315.000 Wohngebäude, doch „keine Erkenntnisse über die Anzahl der Dächer, die aufgrund ihrer technischen und statischen Beschaffenheit potenziell ausbaufähig wären“. Dem Senat sind laut der Antwort aber einzelne Neubauvorhaben von Lebensmittelmärkten bekannt, bei denen in den oberen Geschossen Büros und Wohnungen vorgesehen sind.

Das gesamte Potenzial lasse sich aber nicht feststellen, da solche Vorhaben von einer Vielzahl wichtiger Faktoren im Einzelfall abhängig seien. Dazu zählten unter anderem statische Beschränkungen, auch die Eigentümer müssten mitspielen. Die Bezirke sind nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aber „gefordert, städtebaulich sinnvolle Nachverdichtungen zum Beispiel durch Aufstockungen oder Ersatzneubauten zu unterstützen“.

Der Grünen-Abgeordnete Otto ist mit der Antwort des Senats nicht zufrieden. „Daraus geht wieder einmal hervor, wie einseitig der Senat und insbesondere die SPD-geführte Bauverwaltung auf Neubauprojekte auf der grünen Wiese setzen“, sagte er. „Wir wollen alle Bereiche der Wohnungspolitik für die Schaffung zusätzlichen Wohnraums nutzen“, betont Otto. Dazu gehöre auch die „Nachverdichtung“ in bestimmten Gebieten. Dort, wo eingeschossige Supermärkte stehen, könnten beispielsweise mehrgeschossige Häuser entstehen. Der Senat habe allerdings nicht mal eine Schätzung, wie viele solcher Märkte und anderer eingeschossiger Handelseinrichtungen es gebe, so Otto. Unter der vorsichtigen Annahme, dass es zirka 500 solcher Märkte in Berlin gäbe und pro Objekt 40 Wohnungen errichtet werden könnten, ergebe sich ein Potenzial von 20.000 Wohnungen. Das seien vier bis fünfmal so viele Wohnungen, wie auf dem Tempelhofer Feld geplant waren.


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