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Wohnungsbau in Berlin: Wie die Degewo Mieten senken will

Kostensparender Neubau: geplantes Degewo-Projekt in Marienfelde.

Kostensparender Neubau: geplantes Degewo-Projekt in Marienfelde.

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Degewo

Im Wohnungsneubau lässt sich nach Darstellung der landeseigenen Degewo Geld sparen, wenn Planungsleistungen verstärkt selber erbracht werden – den Vorteil davon hätten die Bewohner, weil sie weniger Miete zahlen müssten. Die größte landeseigene Wohnungsbaugesellschaft teilte am Dienstag mit, dass sie mit einem Bauprojekt am Tirschenreuther Ring in Marienfelde „den Beweis“ dafür liefere.

7,60 Euro pro Quadratmeter

Zwar müssen die 82 geplanten Wohnungen erst noch errichtet werden, doch hat die Degewo bereits errechnet, dass diese zu Baukosten von 1408 Euro je Quadratmeter brutto auf eigenem Grundstück entstehen können. Dies sei Ergebnis der Untersuchungen durch das unternehmenseigene Planungsbüro Bauwerk. Üblich seien in der Branche Kosten von rund 1600 bis 1700 Euro pro Quadratmeter. Die um 200 bis 300 Euro günstigeren Baukosten führen laut Degewo „bei der Miete zu einer Einsparung von 70 bis 80 Cent pro Quadratmeter“. Die Neubauten am Tirschenreuther Ring sollen inklusive Wohnungsbauförderung zu einer durchschnittlichen Miete von 7,60 Euro je Quadratmeter ohne Betriebskosten vergeben werden. Zum Vergleich: In der Regel liegen die Mieten für Neubauwohnungen – ohne Förderung – bei etwa 10 Euro je Quadratmeter.

Kleinere Fenster

Durch die Übernahme von Planungsleistungen durch das unternehmenseigene Bauwerk würden Kosten bei externen Planen gespart, erklärte die Degewo. Außerdem würden Abläufe beschleunigt. Auch durch die Art der Planung sollen die Ausgaben verringert werden. Vorgesehen sei, Neubauten ohne Keller zu errichten, sagte Degewo-Sprecher Lutz Ackermann. Abstellräume würden unterm Dach entstehen. Fenster würden kleiner gestaltet, um Ausgaben für Absturzsicherungen zu sparen. Ob sich das Beispiel der Degewo verallgemeinern lässt, wird in Fachkreisen bezweifelt.