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Wuhletal in Berlin-Hellersdorf: Regionalbahn fängt Feuer und brennt aus

Eine Regionalbahn brennt nahe Bahnhof Wuhletal in Berlin-Hellersdorf aus (06.01.2016).

Eine Regionalbahn brennt nahe Bahnhof Wuhletal in Berlin-Hellersdorf aus (06.01.2016).

Foto:

Abix

In einem Regionalzug der Niederbarnimer Eisenbahn ist am Mittwochabend während der Fahrt in Berlin ein Feuer ausgebrochen. Der Zug brannte komplett aus. Die 180 Fahrgäste entkamen nur knapp einer Katastrophe.

Der Zug, der zwischen den Stationen Lichtenberg und Strausberg in Richtung Polen unterwegs war, stoppte nach Angaben der Feuerwehr auf freier Strecke in der Nähe des S-Bahnhofs Wuhletal. Ein Mitreisender hatte kurz nach 20 Uhr Brandgeruch gemeldet.

Die Fahrgäste sowie der Lokführer und das Begleitpersonal verließen den brennenden Zug. Nach Angaben der Feuerwehr wurden 40 Passagiere vom Zugpersonal zum nächsten Bahnhof begleitet. Die übrigen Fahrgäste brachten sich selbst über die umliegenden Straßen in Sicherheit.

Verletzt wurde nach den vorliegenden Angaben niemand. Der Zugbetrieb der S-Bahnlinie 5 zwischen Lichtenberg und Wuhletal wurde unterbrochen. Die Bahn empfahl den Fahrgästen, das Teilstück mit der U-Bahn zu umfahren.

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Ein Feuerwehrsprecher sagte, zunächst habe nur ein Waggon des Zugs Feuer gefangen. Die Flammen hätten dann aber auch die anderen Waggons erfasst. Die Feuerwehr hatte 80 Rettungskräfte im Einsatz.

Um 21.10 Uhr sei die Lage als „übersichtlich“ eingestuft worden, so der Sprecher. Zur Brandursache konnten am Abend noch keine Angaben gemacht werden. Nach Aussage eines Sprechers der Bundespolizei wird ein technischer Defekt vermutet. So hätten Passagiere beobachtet, dass das Feuer von einem Schaltkasten ausging.

Keine Züge zwischen Strausberg und Lichtenberg

„Wir sind alle schockiert über den Vorfall und sind froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, sagte der Vorstandschef der privaten Niederbarnimer Eisenbahn, Detlef Bröcker. So etwas sei bei seinem Unternehmen noch nie passiert. Der ausgebrannte Zug sei seit 2006/2007 im Einsatz. Es sei bisher „nichts Auffälliges“ an dem Zug gewesen. Insgesamt hat die Niederbarnimer Eisenbahn noch acht weitere Züge gleicher Bauart.

Fahrgäste müssen sich am Donnerstag zumindest im morgendlichen Berufsverkehr noch auf Behinderungen auf dem Streckenabschnitt einstellen. Bröcker sagte, am Morgen würden die Züge nicht zwischen Strausberg und Lichtenberg verkehren.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Bränden in Zügen. So brannte es im Mai 2005 in der U-Bahnstation Rehberge auf der Linie 6. Die Station Anhalter Bahnhof musste im Jahr 2004 monatelang geschlossen bleiben, nachdem dort ein S-Bahn-Zug in Flammen gestanden hatte.

Bei der S-Bahn waren vermehrt Züge der Baureihe 480 betroffen, die im Volksmund „Toaster“ genannt werden. Zuletzt kam es im Januar und Februar 2010 zu Hitze- und Rauchentwicklungen. Im Juli 2001 erlitten 30 Fahrgäste Rauchvergiftungen, nachdem am U-Bahnhof Afrikanische Straße ein Kurzschluss einen Schwelbrand ausgelöst hatte.

Im Juli 2000 brannte eine U-Bahn an der Station Deutsche Oper aus. Fahrgäste mussten durch dichten Qualm flüchten. Die BVG nahm das zum Anlass, alle U-Bahn-Stationen mit mindestens zwei Ausgängen pro Bahnsteig auszustatten.