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Zu viel Feinstaub: Nur Stuttgart hat noch schlechtere Luft als Berlin

Keine Feinstaub-Probleme in Schleswig-Holstein. Foto: A. Rüsche/Archiv

Keine Feinstaub-Probleme in Schleswig-Holstein. Foto: A. Rüsche/Archiv

Obwohl in der Berliner Luft zu viel gesundheitsschädlicher Feinstaub schwebt, plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt keine zusätzlichen Fahrverbote. Es sei auch nicht geplant, die Umweltzone auszuweiten, sagte ein Sprecher. Auch wenn der Höchstwert überschritten worden sei, seien von der Europäischen Union „keine Konsequenzen zu erwarten“. Stattdessen habe die EU-Kommission das Verfahren, dass sie wegen früherer Überschreitungen der Feinstaubwerte gegen Berlin eingeleitet hatte, ausgesetzt. Anlass war, dass die Belastung gesunken sei und Grenzwerte in den vergangenen Jahren eingehalten wurden.

In einem Kalenderjahr darf an höchstens 35 Tagen mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub in einem Kubikmeter Luft schweben. In Neukölln sei der Tagesmittelwert in diesem Jahr bislang bereits an 48 Tagen überschritten worden, in Friedrichshain an 47 Tagen, so das Umweltbundesamt. Nur in Stuttgart ist die Feinstaubbelastung größer.

Kaminöfen belasten die Luft

In den vergangenen Wochen haben sich die Überschreitungen in Berlin gehäuft. Ein Grund waren Hochdruckwetterlagen mit relativ schwachen Winden, die zumeist aus östlichen Richtungen wehen – und Feinstaub aus Polen mitbrachten. Auch lokale Faktoren wirkten sich aus. „Bei Temperaturen zumeist unter zehn Grad Celsius trugen die Wohnungsheizungen zur Feinstaubbelastung bei“, so der Sprecher. „Dabei sind nicht die mit Gas oder Fernwärme beheizten Wohnungen in der Innenstadt das Problem, sondern die zunehmende Zahl der mit Holz befeuerten Kaminöfen in den Außenbezirken und im Umland.“

Der Straßenverkehr gilt ebenfalls als Feinstaubquelle. „Ohne Umweltzone hätten wir in Berlin sicherlich schon mehr als 60 Überschreitungstage – so wie oftmals Mitte des vergangenen Jahrzehnts“, so der Senat. Die Regelungen werden erneut verschärft, zum Jahreswechsel enden die meisten Ausnahmeregelungen. Damit habe der Senat sein Instrumentarium ausgeschöpft, hieß es. Weitergehende Fahrverbote sehe der Luftreinhalteplan nicht vor, weil „keine weitere Emissionsminderung“ erreichbar sei. Auch eine Ausdehnung der Umweltzone über den S-Bahn-Ring hinaus sei nicht geplant, weil sich die Fahrzeugflotte innerhalb und außerhalb dieses Gebiets kaum noch unterscheide.

Aktuelle Daten zur Feinstaubbelastung vom Umweltbundesamt gibt es hier: www.umweltbundesamt.de/daten/luftbelastung/aktuelle-luftdaten



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