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Zukunft der Bergmannstraße: Schleichtempo in der Schlemmermeile

Hier soll es bald anders zugehen: die Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg.

Hier soll es bald anders zugehen: die Bergmannstraße in Berlin-Kreuzberg.

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Paulus Ponizak

Fünf Monate nach Fertigstellung der ersten Begegnungszone Berlins in der Schöneberger Maaßenstraße schreiten jetzt die Pläne für den Umbau einer weiteren Straße voran. Am Dienstag startete die zweite Phase der Online-Bürgerbeteiligung für die Bergmannstraße in Kreuzberg. Bis zum Nachmittag waren auf der Internetseite drei Dutzend Stellungnahmen verzeichnet.

Bei dem von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gesteuerten Verfahren werden Wünsche, und Ideen von Bürgern gesammelt. Es geht dabei darum, wie die Straße zur Begegnungszone umgebaut werden soll und nicht, ob dies überhaupt geschehen soll. Denn diese Entscheidung hat die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg längst getroffen. Ebenso steht fest, dass eine Tempo-20-Zone und eine „selbsterklärende Straßenraumgestaltung“ entstehen soll. Ebenso ist eine Vorgabe, dass es sich um „kleine bauliche Maßnahmen“ handeln solle, die „schnell umsetzbar“ sind, wie es von der Senatsverwaltung heißt.

Auf der von der Stadtentwicklungsabteilung eingestellten Internetseite ist die Bergmannstraße in die Abschnitte Mehringdamm bis Nostitzstraße, Nostitz- bis Solmsstraße sowie das östliche Ende am Marheinekeplatz unterteilt. Für alle drei Abschnitte sind jeweils drei Varianten visualisiert. Alle Varianten sehen einen mehr oder minder gravierenden Einschnitt in den Straßenverkehr vor. In jedem Fall soll die Fahrbahn schmaler werden, mal bleibt sie mittig, mal wird sie auf die eine oder andere Seite Richtung Bürgersteig geführt, mal wird sie im Straßenverlauf verschwenkt, um den Verkehr auszubremsen.

Einen besonderen Sinn für hintersinnigen Humor beweist eine Frau, die anonym an der Online-Beteiligung mitgemacht hat. Sie finde die Idee gut, die Fahrbahn zu verengen, schreibt sie. Weiter heißt es: „Was mich als Mutter zweier Kinder aber tatsächlich sorgt, ist die Angst, dass die Ideen der Kinder aber tatsächlich umgesetzt werden könnten. Ich denke da an die Maaßenstraße …“ Dort haben die bunten Würfel, die die Fahrbahn vom neuen Fußgängerbereich abgrenzen, Ärger provoziert. Viele Anwohner finden die von Kindern umliegender Schulen gestalteten Klötze hässlich und sogar gefährlich. Außerdem klagen Wirte und Händler über Umsatzeinbußen, weil der Autoverkehr zurückgedrängt wurde.

Im Sommer soll in der Maaßenstraße erste Bilanz gezogen werden, auch kleinere Umgestaltungen sind dann noch einmal möglich. In Kreuzberg waren einige Anwohner für Dienstagabend zu einer Diskussion eingeladen worden. Am 4. März soll es eine für alle offene Anwohnerversammlung geben.



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