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Zukunft des BER: Wowereit sucht eigenen Flughafen-Berater

Wowereit sucht einen BER-Fachmann.

Wowereit sucht einen BER-Fachmann.

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imago stock&people

Wie soll man diese Befristung verstehen? Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sucht per kürzlich veröffentlichter Stellenausschreibung einen Referenten, der ihm zuarbeiten soll beim heikelsten Bauprojekt der Hauptstadt: dem BER. Aber nur eine Weile lang: Am 31. Dezember 2016 läuft die Stelle wieder aus. Das lässt sich auf zweierlei Weise interpretieren: Entweder hofft Wowereit, der auch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) ist, dass der BER tatsächlich bis dahin eröffnet. Oder er möchte mit seiner Personalplanung seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin nicht zu viel Gestaltungsspielraum nehmen. Die nächste Abgeordnetenhauswahl ist 2016, ob Wowereit aber noch einmal antritt, ist offen. Ob die SPD gewinnt, natürlich auch.

Der Senatschef wird von der Opposition schon lange gescholten, weil er sich als Aufsichtsratschef bislang keine kompetenten Berater ins Haus geholt hat. Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der das Amt 2013 für knapp ein Jahr innehatte, gründete einen ganzen Stab in der Staatskanzlei, der ihn unterstützte.

Der oder die neue Mitarbeiterin, die vorzugsweise Architektin oder Bauingenieurin ist, soll Wowereit nun mit geballtem Fachwissen zur Seite stehen. Sehr gute Kenntnisse in Planungs- und Bauprozessen sind ebenso Teil des Anforderungsprofils wie gute Kenntnisse des Vergaberechts und von Nachtragsbearbeitungen – also in den zwei Feldern, die auf der BER-Baustelle besondere Schwierigkeiten verursachen.

Weiter sind neben IT-Grundkenntnissen und Erfahrungen im Umgang mit dem Internet auch Organisations- und Teamfähigkeit sowie Belastbarkeit erwünscht. Diese könnte durchaus strapaziert werden, gelten doch sowohl Klaus Wowereit, wie auch Flughafenchef Hartmut Mehdorn als mitunter nicht ganz einfach im Umgang.

Grüner schlägt Amann vor

Da Wowereits BER-Referent wohl auch gelegentlich an Besprechungen mit Mehdorn teilnehmen würde, scheidet ein Bewerber aus, den der Grünen-Abgeordnete Andreas Otto am Donnerstag vorschlug: Horst Amann, von 2012 bis 2013 Technik-Vorstand der Flughafengesellschaft, den Mehdorn aus dem Amt drängte. Amann sollte nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand eigentlich als Geschäftsführer der FBB-Tochtergesellschaft Flughafen Energie und Wasser GmbH arbeiten. Diesen Posten hat er nach Informationen aus Unternehmenskreisen nie angetreten. Volle Bezüge erhält er angeblich dennoch.

Allerdings würde die Entlohnung in der Senatskanzlei wohl auch nicht ganz den Vorstellungen von Amann entsprechen, der jahrelang als Top-Manager gearbeitet hat. Vergütet wird Wowereits zukünftiger Referent nach der Entgeltgruppe 15, das bedeutet je nach Alter 3 600 bis 5 200 Euro zuzüglich Sonderzahlungen.

Bewerbungen nimmt die Senatskanzlei noch bis zum 15. August entgegen. Über die Aussicht auf eine Entfristung oder eine Verlängerung des Anstellungsverhältnisses steht in der Stellenausschreibung nichts.