10.02.2012

Berlinale-Auftakt: Charlotte Gainsbourg als Farbtupfer

Von Katja Lüthge
Gruppenbild mit Damen: Anton Corbijn, Boualem Sansal, Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg, Präsident Mike Leigh, Barbara Sukowa, Francois Ozon und Asghar Farhadi (die Jurymitglieder von links nach rechts).
Gruppenbild mit Damen: Anton Corbijn, Boualem Sansal, Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg, Präsident Mike Leigh, Barbara Sukowa, Francois Ozon und Asghar Farhadi (die Jurymitglieder von links nach rechts).
Foto: getty/Andreas Rentz
Berlin –  

Das Rennen um den Goldenen und Silbernen Bären hat begonnen. Am Donnerstag hat sich die internationale Jury um Präsident Mike Leigh, Jake Gyllenhaal und Charlotte Gainsbourg gut gelaunt der Öffentlichkeit präsentiert - besonders die Französin brachte Farbe ins Spiel.

Dies soll kein Urteil über die Zusammensetzung der Jury sein, aber die vorherrschende Farbe auf deren Pressekonferenz ist Grau. Von den langen grauen Haaren Boualem Sansals über den Anzug Francois Ozons, die Wollpullis von Jake Gyllenhaal und Asghar Farhadi bis zum Stoppelbart Anton Corbijns dominiert die Seriosität versprechende Nichtfarbe das Podium. Allein die wie immer verpeilt wirkende Charlotte Gainsbourg trägt, jahreszeitlich unangemessen, ein ärmelloses Flattertop.

Mit Mike Leigh hat die Jury einen Chef, der sich offenbar in der Rolle des wegweisenden Herbergsvaters sieht. Der Veteran und erklärte Berlinale-Fan gibt den Ton vor und antwortet auf seine souveräne Weise auch schon mal für die Kollegen. Einig ist man sich über die Verantwortung gegenüber den Filmen.

Die Berlinale beginnt

Bildergalerie ( 11 Bilder )

Die Arbeit als Juror, so Leigh, sei halt zweischneidig. Einerseits müsse man eben über die Arbeit von Kollegen urteilen, was nicht unproblematisch sei, andererseits wüssten die Kollegen aber ja auch, dass die Jury auf ihrer Seite sei. Aber natürlich könne die Entscheidung der Jury die Zukunft eines Film und eines Filmemachers beeinflussen. Was der Goldene Bär denn ihm gebracht habe, wird Farhadi gefragt. Zurückhaltend wie immer, freut er sich über den Popularisationsschub und berichtet vage über freudige Reaktionen beim iranischen Publikum.

Sansal wundert sich über Jury-Berufung

Expliziter wird da Boualem Sansal, der sich immer noch über seine Berufung in die Film-Jury wundert. Popularität sei immer auch ein gewisser Schutz der eigenen Person, Sichtbarkeit könne staatliche Repressionen mindern, sagt er, bevor er zu einem Exkurs über arabisch-afrikanisch-maghrebinische Identitätsprobleme anhebt, den er mit dem Satz „vor 2000 Jahren hat der König von Nubien …“ beginnt. In den folgenden zwei Minuten wird die beängstigende Attraktivität des Islamismus tatsächlich begreifbar.

Für Lacher sorgt dagegen Barbara Sukowas Einlassung über ihre Situation als alternde Schauspielerin. Alle schienen zu denken, dass sie jetzt weniger Rollen und deshalb alle Zeit der Welt für Juryposten habe. Würde es Geld dafür geben, sie könnte davon leben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Testen Sie Ihr wissen
Der Rote Teppich am Potsdamer Platz: Hierüber laufen die Stars, die zu den Wettbewerbspremieren anreisen.

Wissen Sie noch, was der größte Berlinale-Skandal war? Und warum finden die Berliner Filmfestspiele eigentlich im kalten Winter statt? Machen Sie mit und testen Sie Ihr Wissen in unserem Berlinale-Quiz.  mehr...

Berlinale-Tickets

Tickets gibt es täglich von 10 bis 20 Uhr in den Arkaden am Potsdamer Platz, im Kino International und im Haus der Berliner Festspiele. Der Kartenvorverkauf findet jeweils drei Tage im Voraus, für die Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus statt. Am Tag der Vorstellung sind Eintrittskarten nur an den Tageskassen der Kinos erhältlich. Die Tickets kosten zwischen 8 und 12 Euro (Wettbewerb), am Kinotag (19.2., VVK ab 6.2.) 6 Euro. Schüler, Studenten, Behinderte, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Inhaber des Berlinpasses und Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst bekommen an den Tageskassen 50 Prozent Ermäßigung. Ein begrenztes Kontingent an Eintrittskarten ist online buchbar. Die Bezahlung, zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 1,50 € pro Karte, erfolgt über Kreditkarte.  mehr...

Umfrage

Welcher Beitrag aus dem Wettbewerb der 62. Berlinale soll den Goldenen Bären für den besten Film erhalten?

Galerie
Neueste Bildergalerien Berlinale
Aktuelle Videos
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute: Alle Kinos:
Magazin
Weblogs
Die Blogs der Berliner Zeitung.

Anekdoten aus dem Hauptstädter-Alltag, Antworten auf Beziehungsfragen und Pop-Expertisen. mehr...

Meistgeklickte Artikel
Facebook
Berliner-Zeitung.de auf Facebook
38 Staus mit einer Gesamtlänge von 90km
Anzeige
Interaktiv
Webtipps
Freikarten für Berlin
Hol dir Freikarten zu Bühne, Klassik, Musik Film und mehr - deutschlandweit auf www.TwoTickets.de