10.02.2012

Berlinale 2012: Jubel für den Vampir-Veteranen

Von Andreas Kurtz
Festspielleiter Dieter Kosslick hatte vor der Eröffnung alle Hände voll zu tun.
Festspielleiter Dieter Kosslick hatte vor der Eröffnung alle Hände voll zu tun.
Foto: dapd
Berlin –  

Eröffnung der Filmfestspiele mit viel Prominenz im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz

Den ersten Jubel dieser Berlinale bekam einer zu hören, der wohl nicht damit gerechnet hatte: Sir Christopher Lee, in Ehren ergrauter Vampirfilmveteran, wurde am Donnerstagabend von den 1 600 Gästen der Eröffnungsgala im Berlinale-Palast gefeiert. Dabei ist Lee sogar wegen einer in den Augen der Festivalleitung ziemlich lästigen Konkurrenzveranstaltung, der Gala „Cinema for Peace“ am kommenden Montag, angereist. Aber so etwas wird verziehen, wenn jemand durch seine Anwesenheit die Prominentendichte der Filmfestspiele erhöht.

Staraufgebot bei Berlinale-Eröffnung

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Für die war ansonsten die aus Deutschland stammende und in Paris lebende Hollywoodschauspielerin Diane Kruger („Inglourious Basterds“) als Star des Eröffnungsfilms „Leb wohl, meine Königin“ von Regisseur Benoit Jacquot zuständig. Und natürlich die in diesem Jahr wieder sehr berühmt besetzte Jury, zu der neben Präsident Mike Leigh auch Charlotte Gainsbourg, Jake Gyllenhaal und Barbara Sukowa gehören. Gyllenhaal entriss Moderatorin Anke Engelke bei der Vorstellung der Jury plötzlich das Mikro. Sie hatte vorher ganz ernsthaft erklärt, dass alle dessen Namen falsch aussprechen und die angeblich korrekte, irgendwie an Norwegen erinnernde Version geliefert. Gyllenhaal klang danach ein wenig verzweifelt: „Ich arbeite so hart daran, dass die Leute meinen Namen richtig aussprechen. Und sie zerstören das komplett!“

Die Berlinale beginnt

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Während Kulturstaatsminister Bernd Neumann seine Ansprache nutzte, um die Berlinale in typischem Politikerton zu preisen („Nirgendwo sind Kino, Politik und Weltoffenheit derart beispielhaft vereint.“) und ansonsten „solidarische Grüße“ nach Syrien und anderswo zu senden, lieferte der Regierende Bürgermeister ein Bekenntnis. Klaus Wowereit erzählte, dass er sich voriges Jahr wegen der Berlinale in den Wahlkampf gestürzt hat: „Ich habe hart dafür gearbeitet, dass ich heute wieder hier stehen kann.“

Regisseur Rosa von Praunheim gehört zu den Stammgästen des Eröffnungsabends und hat es dieses Jahr, in dem er 70 Jahre alt wird, mit seinem Film über Comic-Künstler Ralf König sogar ins Berlinale-Panorama geschafft. Deshalb gewann bei der Auswahl seiner traditionell schrillen Abendgarderobe dann auch ein weißer, mit Comics von Ralf König bedruckter Anzug. Allerdings nur knapp gegen ein Affenkostüm: „Es wird während der Berlinale sicher noch eine Gelegenheit geben, auch das zu tragen.“ Hannelore Elsner ist während der kompletten Festspiele in der Stadt. Sie nutzt diese Gelegenheit der Branchenballung für Termine mit Regisseuren und eine Kostümprobe. Ihr junger Kollege Robert Stadlober dürfte sie beneiden: „Eigentlich mache ich gern in dieser Zeit Urlaub, um möglichst viel von der Berlinale zu haben.“ Diesmal hat es nicht geklappt: Schon am Sonntag muss er zu Theaterproben nach Hamburg. Bruno Ganz huschte diesmal unerkannt mit tief ins Gesicht gezogener Wollmütze in den Berlinale-Palast. Armin Rohde teilte auf Anfrage gern ein Geheimnis seiner alle Jahre wieder guten Berlinale-Konstitution: „Immer dreimal so viel Wasser trinken wie Alkohol!“

Schon am Vorabend der Berlinale hatte Schauspielerin Alexandra Kamp Jurymitglied Jake Gyllenhaal bei einer Party (auf der Charlotte Gainsbourg vor einem nicht sehr aufmerksam lauschenden Publikum sang) in Augenschein nehmen können. Und mal wieder festgestellt, dass dieses Hollywoodpersonal ja eher im Kompaktformat daherkommt. Oder wie sie das ausdrückt: „… auch nicht höher als’ne Parkuhr …“.

Vor der Eröffnungsgala sorgte übrigens die Nachricht einer PR-Agentur für Verwirrung, die lautete: „Natalia Wörner und Susanne Lothar tragen Natascha Muellerschoen bei der Eröffnung der 62. Berlinale“. Wobei es sich dann aber doch nicht um zwei Damen handelte, die eine dritte über den Teppich schleppen, sondern um den Hinweis auf die Designerin der Kleider von Wörner & Lothar.

Bärenkandidaten: Diese Filme laufen im Wettbewerb

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