14.02.2012

Babymord: Totes Kind im Garten versteckt

Von Jens Blankennagel und Katrin Bischoff
Bergsdorf –  

Eine 28-jährige Frau aus Borgsdorf bei Oranienburg soll ihr Neugeborenes erstickt haben. Gegen sie wird nun wegen Totschlags ermittelt.

Obwohl die Sache für die Ärzte schon nach der ersten Untersuchung absolut eindeutig war, dementierte die Patientin anfangs ganz vehement, dass sie vor kurzer Zeit ein Kind geboren hat. Bereits am Freitag war die 28-Jährige aus Borgsdorf, einem Ortsteil von Hohen Neuendorf (Oberhavel), ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Sie klagte über starke Unterleibschmerzen“, sagte Lolita Lodenkämper, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Nun wird gegen die Frau wegen Totschlags ermittelt. Sie steht im Verdacht, ihr Kind getötet zu haben.

Da die Ärzte keine andere Erklärung als eine Geburt für die gesundheitlichen Probleme der Frau hatten, alarmierten sie die Polizei. Die befragte die Frau, die aber schwieg. Sie ist bereits Mutter von zwei Kindern im Alter von fünf und neun Jahren. Die Frau lebt ohne Mann in einer Einliegerwohnung im Einfamilienhaus ihrer Eltern.

Mordkommission schaltete sich ein

Da die Frau weiterhin leugnete, übernahm die Mordkommission die Ermittlungen. Sie vernahm die Frau und auch deren Eltern. „Bei der Befragung gab die 28-Jährige zu, dass sie vor einigen Tagen entbunden und das Neugeborene auf dem Grundstück der Eltern in einer Plastiktüte abgelegt hat“, sagte Lodenkämper. Die Polizei durchsuchte den Garten und fand das tote Kind.

Da die Leiche durch die lange Kälte offenbar tiefgefroren war, musste sie erst langsam aufgetaut werden, bevor die Gerichtsmediziner die Sektion durchführen konnten. „Diesen Fakt können wir weder dementieren noch bestätigen“, sagte Lodenkämpfer. Allerdings nannte sie auch keine anderen Gründe, warum die Obduktion der am Freitag gefunden Leiche erst am Montag erfolgen konnte.

Die Untersuchung ergab, dass es sich um einen „normal entwickelten und lebensfähigen Säugling“ handelte. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass das neugeborene Mädchen erstickt wurde. „Deshalb gibt es einen dringenden Tatverdacht gegen die Frau, gegen die wegen Totschlags ermittelt wird“, sagte die Staatsanwältin.

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