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Das Spaßbad Blub macht jetzt auf Wellness: Schluss mit lustig

Auf der Internetseite des Neuköllner Spaßbades Blub wirbelt der "Crazy River" noch stromabwärts und "mit einem Riesensplash" landet man im Bassin. Doch Sturzbäche und Wasserrutschen wird es hier in Zukunft nicht mehr geben. Man will weg vom Spaß-Image und hin zur Wellness-Oase in der Großstadt. Schon seit dem 1. Februar ist der Badebereich geschlossen, alles wird umgebaut und saniert, wahrscheinlich noch das ganze Jahr lang. Momentan sind nur noch Sauna- und Fitnessbereich geöffnet.Umbau für fünf Millionen Euro"Wir hoffen, dass die Bauarbeiten Anfang 2006 abgeschlossen sind", sagte Harald Frisch, Inhaber und Geschäftsführer des Blub, der Berliner Zeitung. Der Umbau werde etwa fünf Millionen Euro kosten, so Frisch, die Finanzierung erfolge über private Investoren und Eigenkapital. Und die Liste der anstehenden Arbeiten ist lang: "Das Wellenbad wird zum Solebad umfunktioniert, das Freizeitbecken wird ein Thermalbecken, die Rutschen werden abgebaut und auch ein Teil des Daches wird entfernt", so Frisch. Das neue Blub soll mit großen Glasflächen und einem nach oben offenen Innenhof lichtdurchflutet sein, wie ein Wintergarten. Der Fitnessbereich zieht vom Unter- ins Obergeschoss. "Das Untergeschoss wird an Fremdfirmen vermietet, die ins neue Konzept passen, also beispielsweise an Physiotherapeuten und Heilpraktiker", sagte Direktionsassistent Bernhard Ernst. "Und zum Schwimmen gibt es künftig ein Sportbecken mit zwei 25 Meter langen Bahnen." Schön soll auch eine Teichlandschaft im Innenbereich werden. Auch der Außenbereich soll vergrößert werden. Der Umbau solle aber nicht nur als Reaktion auf hygienische Mängel in der Vergangenheit, sondern vor allem als Imagewandel begriffen werden, so Inhaber Frisch. "Nach 20 Jahren Blub wollen wir keine Flickschusterei mehr betreiben, sondern uns komplett neu positionieren", sagte er.Das 40 000 Quadratmeter große Areal an der Buschkrugallee hatte in den vergangenen Jahren des Öfteren für Negativ-Schlagzeilen über sinkende Besucherzahlen und unliebsamen tierischen Besuch gesorgt. Im Dezember 2002 ließ das Gesundheitsamt das Bad kurzzeitig schließen, weil im Außenbecken eine tote Ratte und am Babybecken Rattenkot gefunden wurde. "Das Blub ist akut von Ratten befallen", sagte damals der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Michael Freiberg (CDU). Gestern sagte er: "Ich freue mich, wenn es wieder aufwärts geht mit dem Blub. Vielleicht gehe ich dann auch mal wieder hin." Tote Ratten waren nicht gut fürs Image - die Besucherzahlen sanken. Als das "Berliner Luft- und Badeparadies" mit der einprägsamen Abkürzung 1985 eröffnete, strömten bis zu 600 000 Gäste jährlich ins Britzer Bad. Letztes Jahr kamen nur 220 000 Besucher. Bereits im Jahr 2003 wurde der Saunabereich im Blub in Stand gesetzt und runderneuert. Harald Frisch investierte vier Millionen Euro in neue Technik, einen größeren Saunagarten und in eine andalusisch inspirierte Saunalandschaft mit Edelsteindampfbad, Kräuter- und Vulkansauna. Der Name Blub soll, wie auch die Eintrittspreise, trotz des Umbaus zunächst bestehen bleiben. "Wenn die Neupositionierung gelungen ist, ist es aber denkbar, dass das Bad umbenannt wird", so Frisch. Dann könne es "Al Andalus" heißen, nach der Inspirationsquelle.



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