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Die Geschichte der Jeans: Die blaue Hose wird 140 Jahre alt

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Kadmy / Fotolia.com

Am 20. Mai 1873 wurde die Hose, mit den Nieten an den Taschen, von dem Stoffhändler Levi Strauss und dem Schneider Jacob Davis patentiert. Eine bis dahin einmalige Erfindung. Der deutsche Auswanderer Strauss schneiderte robuste Hosen für die Goldgräber in San Francisco. Zu Beginn bestanden sie noch aus einem braunen Segeltuch aus Hanffasern. Die Idee, die Nähte mit Nieten zu verstärken, kam von Jacob Davis. Da dieser jedoch nicht genügend Geld besaß, um ein Patent anzumelden, wandte er sich an Levis Strauss. Kurz nach der Patentierung wurde das braune Segeltuch durch den blau gefärbten Baumwollstoff Denim abgelöst. Die Bluejeans war geboren.

Nieten, Farbe und die verwendeten orangenen Nähte lancierten zum charakteristischen Kennzeichen der Levis Jeans. Es sollte jedoch noch eine Weile dauern, bis die blaue Hose Kult wurde: Dank der aufrührerischen Jugend erhielt die Bluejeans in den 1950er-Jahren Einzug in die Modewelt. Filmstars wie Marlon Brando und James Dean wurden zu jeanstragenden Ikonen. Die ältere Generation war weniger begeistert. Denn die Jeans galt als jung, modern und rebellisch. Der DDR beispielsweise ging das Produkt aus Amerika gegen den Strich. Die Folge: Die Republik verbot die sogenannten Nietenhosen.

Die ehemalige Arbeitshose hat sich im letzten Jahrhundert zum absoluten Lieblingsbeinkleid weltweit entwickelt. Angefangen mit Levis Jeans gibt es mittlerweile unzählige Marken wie G-STAR, Replay, Mustang, Diesel oder Wrangler. Die Jeans können heutzutage in allen möglichen Stilrichtungen und Passformen gekauft werden: Es gibt unter anderem Schlag-, Röhren, Stonewashed-, Reit- und Boyfriend-Jeans. Je nach Saison und Modetrend setzt sich eine Art stärker durch.

Vom sozialen und ökologischen Standpunkt gesehen weisen die Bluejeans jedoch eine hohe Belastung auf: Die sozialen Produktionsbedingungen vor allem in Südostasien und China sind prekär - geringer Arbeitslohn und gefährliche Arbeitsbedingungen. Hinzu kommen Baumwoll-Monokulturen mit Pestizideinsatz, Färben mit schädlichen Chemikalien, ein enormer Wasserverbrauch und die großen Transportdistanzen zwischen den einzelnen Produktionsschritten.

Viele Jeans-Hersteller reagieren darauf und lassen ihre Hosen nachhaltig produzieren. Die Designerin Stella McCartney zum Beispiel arbeitet mit veganen Materialien und Baumwolle aus ökologischem Anbau. So auch das 2010 gegründete niederländische Label Kings of Indigo, das Jeans aus biologischer und recycelter Baumwolle herstellt. Immer mehr Marken setzen auch auf Laser- und Ozon-Waschungen, um Wasser und Chemikalien zu sparen. In einer herkömmlich produzierten Bluejeans stecken nämlich etwa 11.000 Liter Wasser.

Die Bluejeans ist geschaffen dafür, ein nachhaltiges und langlebiges Kleidungsstück zu sein. Denn ursprünglich war es genau das, was die Jeans so beliebt machte: Dass die Hose mit zunehmendem Alter immer bequemer und schöner wurde. Dass sie robust und trotzdem modisch sein konnte.


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