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Eklat im Westjordanland: Israel stoppt EU-Diplomaten gewaltsam

Die EU-Diplomatin Marion Castaing wurde aus ihrem Wagen gezerrt.

Die EU-Diplomatin Marion Castaing wurde aus ihrem Wagen gezerrt.

Foto:

reuters/ABED OMAR QUSINI

Israelische Soldaten haben am Freitag gewaltsam eine internationale Hilfsaktion für vertriebene palästinensische Beduinen im Westjordanland verhindert. Die Soldaten hätten auch einige europäische Diplomaten in Begleitung der freiwilligen Helfer grob behandelt, berichtete ein AFP-Fotograf. Nach seinen Angaben und den Schilderungen eines diplomatischen Vertreters zerrten die Soldaten die französische Diplomatin Marion Fesneau-Castaing unsanft aus einem Hilfstransporter, den sie anschließend beschlagnahmten.

Den Angaben des diplomatischen Vertreters zufolge hatten Diplomaten aus Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Irland, Spanien und Schweden die Helfer auf dem Weg in das Dorf Machul begleitet, wo die Armee am Montag aufgrund einer Entscheidung des Obersten Gerichts mehrere illegal errichtete Behausungen der Beduinen zerstört hatte. Zehn Familien, darunter 16 Kinder, wurden laut dem UN-Amt zur Koordinierung der Nothilfe (OCHA) vertrieben. Sie sollten bei der Hilfsaktion neue Zelte erhalten, doch wurde dies von den Soldaten unterbunden.

Eine Armeesprecherin sagte AFP, die Soldaten seien gegen Versuche, die Zelte zu errichten, eingeschritten, „um die Entscheidung des Obersten Gerichts durchzusetzen“. Dieses hatte die Region zum „militärischen Sperrgebiet“ erklärt. Die Gegend von Machul steht unter vollständiger Kontrolle der israelischen Armee, diese erteilt nur äußerst selten Baugenehmigungen.

Der UN-Hilfskoordinator für die Palästinensergebiete, James Rawley, äußerte sich nach dem Zwischenfall „tief beunruhigt“. Er rief die israelischen Behörden auf, „ihren Verpflichtungen als Besatzungsmacht nachzukommen und die Gemeinschaften unter ihrer Verantwortung zu schützen“. Nach einer Statistik von OCHA hat Israel seit Anfang des Jahres 524 Gebäude von Palästinensern im Westjordanland und Ost-Jerusalem zerstört, insgesamt 862 Menschen wurden demnach vertrieben. (AFP)



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