22.02.2012

Griechenland-Hilfe: Was Deutschland für Griechenlands Rettung zahlt

Da rollt er davon, der Euro.
Da rollt er davon, der Euro.
Foto: dpa

Kaum ist das Milliardenpaket für Griechenland geschnürt, wird Kritik laut. Dem Steuerzahlerbund sind die Banken zu gut weggekommen, CDU-Politiker Bosbach die Deutschen insgesamt zu schlecht. Aber stimmt das auch? Wir erklären, wer welchen Anteil am Hilfspaket schultert.

Der Bund der Steuerzahler fordert vom Bundestag aufgefordert, den neuen Griechenland-Hilfen in Höhe von 130 Milliarden Euro nicht zuzustimmen. Bei dem zweiten Rettungspaket seien die Steuerzahler „einmal mehr die Verlierer“, kritisiert Verbandspräsident Karl Heinz Däke in der „Neuen Osnabrücker Zeitung". Er fordert eine stärke Beteiligung der privaten Gläubiger, da die Banken bereits „einen erheblichen Teil ihrer Risikopositionen über den öffentlichen Sektor entsorgt“ hätten.

Der größte Gegner der Euro-Rettung in der CDU, Wolfgang Bosbach, kündigt an, dem zweitem Rettungspaket für Griechenland nicht zuzustimmen. „Wir marschieren weiter mit großen Schritten in Richtung Haftungsunion und gehen dabei zu Lasten künftiger Generationen Risiken ein, die ich für unvertretbar halte“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses der „Passauer Neuen Presse“. Der Bundestag stimmt am Montag über die Entscheidung der Eurozonen-Finanzminister ab, weitere Hilfen in Milliardenhöhe für das hochverschuldete Griechenland freizugeben.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht dagegen die einzelnen Bestandteile des Pakets gut gegeneinander abgewogen. Den deutschen Anteil an den 130 Milliarden beziffert er mit rund 28 Prozent.

Wer hat Recht? Wir erklären, welchen Anteil Banken, Steuerzahler und Versicherer für Griechenlands Rettung erbringen:

Wer zahlt was
Banken

Genaue Zahlen über die Belastung der gesamten deutschen Kreditwirtschaft liegen nicht vor. Die 13 wichtigsten hiesigen Geldhäuser wiesen beim Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA zum Stichtag 30. September 2011 ein Griechenland-Engagement mit einem Nennwert von insgesamt knapp 6,4 Milliarden Euro aus. Im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres haben viele Banken jedoch einen Teil des Anleihewertes bereits abgeschrieben. (sal.)

(erb)





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