Papandreou hatte eine Krisensitzung des Ministerrats einberufen. Anschließend soll auch die Fraktion der regierenden Sozialisten tagen. Zahlreiche Minister und Parlamentarier hatten zuvor den griechischen Premier aufgerufen, seine Pläne zu einer Volksabstimmung zum Hilfspaket für Griechenland zurückzunehmen.
Mindestens zwei Abgeordnete, darunter Eva Kaili, haben nach Angaben des staatlichen Fernsehens NET erklärt, sie würden Papandreou nicht mehr das Vertrauen aussprechen. Papandreou verfügt im Parlament derzeit nur noch über eine hauchdünne Mehrheit von 152 der 300 Abgeordneten, ohne die Parlamentarierinnen wären es 150.
Medien spekulieren über mögliche Nachfolger für Papandreou
Noch bevor der Ministerrat überhaupt zusammen kam, spekulierten griechische Medien bereits über mögliche Nachfolger. Als Favorit werde unter anderem der frühere Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, gehandelt. Auch der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Simitis (1996-2004) sei nach Informationen des Chefs der kleinen ultrakonservativen Partei Völkische Orthodoxe Gesamtbewegung (LAOS), Giorgos Karatzaferis, aus Kreisen der EU vorgeschlagen worden, die griechische Regierung zu führen. Eine Bestätigung aus offiziellen Quellen lag nicht vor. Die Büros der beiden mutmaßlichen Kandidaten waren für Nachfragen nicht erreichbar.
Der amtierende Ministerpräsident Giorgios Papandreou will am Freitag die Vertrauensfrage im Parlament stellen. Dafür genügt die Zustimmung der absoluten Mehrheit der anwesenden Volksvertreter. Nach der Vertrauensfrage soll es später ein separates Votum über ein Referendum geben. Dabei will Papandreou das Volk über ein neues Hilfspaket für das hoch verschuldete Land entscheiden lassen. (dpa/afp/rtr)

