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Hygiene-Fimmel: Wie viel Körperpflege zu viel ist

Zwei bis drei Mal die Woche die Haare zu waschen ist bei normalem Haar vollkommen ausreichend.
Zwei bis drei Mal die Woche die Haare zu waschen ist bei normalem Haar vollkommen ausreichend.
Foto: dpa

Für viele beginnt der Tag mit einer heißen Dusche, sonst fühlt man sich nicht frisch und sauber. Für eine ausreichende Hygiene ist das tägliche Brausen jedoch nicht nötig. Zu häufiges Duschen schadet sogar der Haut. Welche Hygienemaßnahmen sinnvoll sind und welche man sich getrost sparen kann.

Mehr als 10.000 verschiedene Bakterienarten besiedeln den Menschen. Auch auf der menschlichen Haut wimmelt es von den Kleinstlebewesen. Sie gehören zur Hautflora, der natürlichen Schutzhülle unseres Körpers. Pflege und Reinigung halten unser größtes Organ, die Haut, gesund und geschmeidig. Doch nicht wenige übertreiben es mit der Hygiene.

Wasser entfernt nicht nur den Schmutz von der Haut und die Reinigung mit Seife lässt nicht nur Schweiß und andere Körpergerüche verschwinden: Auch der Säurefilm auf der Haut wird durch das Waschen neutralisiert. Doch genau dieser Hautschutz wehrt schädliche Keime ab und hält die Haut glatt. Zwar erholt sich der Schutzfilm bei gesunder Haut schnell wieder, bei trockener Haut kann zu häufiges Duschen jedoch problematisch werden und zum Beispiel Ekzeme verursachen

Tägliches Duschen nicht nötig

Vor dem Zubereiten von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und beim nach Hause kommen sollte Händewaschen Pflicht sein.
Vor dem Zubereiten von Speisen, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und beim nach Hause kommen sollte Händewaschen Pflicht sein.
Foto: dpa

Für eine gründliche Körperhygiene ist tägliches Duschen ohnehin nicht nötig. „Es reicht auch aus, mit einem Waschlappen nur die Zonen, an denen sich Schweiß bildet, gründlich mit Seife zu reinigen“, sagt die Hautärztin Gertraud Kremer vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Berlin. Zu diesen Körperstellen zählen Hände, Füße, die Achseln, der Intimbereich sowie die vordere und hintere Schweißrinne am Oberkörper, also Brust- und Rückenmitte. Für den Rest des Körpers reiche es, die Haut feucht mit dem Lappen abzuwischen.

Selbst wer aufgrund eines schweißtreibenden Jobs oder Sports mehr schwitzt, braucht deshalb nicht unbedingt zu duschen. Auch intensives Waschen sorgt für genügend Sauberkeit. „Das ist kein Drama, es gibt Milliarden von Menschen, die noch nicht mal sauberes Trinkwasser, geschweige denn Duschen haben“, betont Kremer.

Heißes Wasser trocknet zusätzlich aus

Damit die Haut gesund bleibt, ist es besonders bei trockener Haut wichtig, diese nicht zu fest abzurubbeln, nur lauwarmes Wasser zu verwenden, denn heißes Wasser trocknet zusätzlich aus. Auch seifenfreie Duschlotionen schonen die Haut. Anschließend hilft Eincremen mit rückfettenden Substanzen.

Das tägliche Bad ist keine Alternative zum Duschen. „Das ist übertrieben, das würde ich nicht empfehlen“, sagt Kremer. Vor allem bei trockener, zu Neurodermitis neigender Haut ist beim Baden Vorsicht angebracht: Das Badewasser dürfe nicht heißer als die Körpertemperatur sein, rät die Ärztin. Am besten seien 35 oder 36 Grad und eine Badezeit von längstens 15 Minuten. Ätherische Öl- oder Schaumbäder reizen die Haut zusätzlich. Bessere Badezusätze sind Milch, Sahne, Olivenöl oder Produkte für Babys. (dpa/ef)

Duschen, Hände und Haare waschen: Lesen Sie in der Bildergalerie, wie viel Körperpflege ausreichend und wie viel zu viel ist.

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Quelle: Onmeda

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