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Koffein-Ranking: Was uns wirklich wach hält

Koffein macht täglich Milliarden Menschen wacher: In Form von Tee, Kaffee, Cola oder auch Schokolade nehmen wir das Aufputschmittel zu uns.

Koffein macht täglich Milliarden Menschen wacher: In Form von Tee, Kaffee, Cola oder auch Schokolade nehmen wir das Aufputschmittel zu uns.

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dpa

Kaffee soll munterer und leistungsfähiger machen und kann angeblich sogar Demenz und Haarausfall vorbeugen. Das Wundermittel, dem diese vielen Eigenschaften zugeschrieben werden, ist das im Kaffee enthaltene Koffein. Doch wie wirkt es eigentlich?

Professor Andreas Bauer, Neurowissenschaftler am Forschungszentrum Jülich, erklärt: „Nehmen Menschen Koffein zu sich, indem sie zum Beispiel Kaffee oder Tee trinken, verhindert es den chemischen Vorgang, der unsere Gehirnaktivität dämpft. So bleibt ein ermüdeter Geist wach.“ Das Geheimnis eines gesunden Koffeinkonsums ist, ihn nicht zu übertreiben. Denn dann kann der Aufputscher schnell zum Gift werden und richtig abhängig machen.

Die Entzugserscheinungen einer Koffeinsucht, auch Koffeinismus genannt, reichen von Antriebslosigkeit bis hin zu Benommenheit, Übelkeit und Muskelschmerzen. Auch die Wahrnehmungsfähigkeit kann bei einem Entzug beeinträchtigt werden.Experten warnen, dass man bereits bei einer täglichen Dosis von 100 Milligramm körperlich abhängig werden kann.

Kaffee in Maßen erhöht Leistungsfähigkeit

Wer den Wachmacher aber in Maßen zu sich nimmt, kann richtig davon profitieren: Neurowissenschaftler Andreas Bauer sagt: „In angemessenen Mengen führt Koffein tatsächlich zu einer vorübergehenden Verbesserung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.“ Das ist vielleicht sogar auch langfristig möglich. Eine finnisch-schwedische Langzeitstudie stellte fest: Regelmäßige Kaffeetrinker, die ihren Konsum auf drei bis fünf Tassen pro Tag beschränkten, zeigten ein niedrigeres Demenz-Risiko als diejenigen, die weniger als drei oder mehr als fünf Tassen tranken.

Wer den eigenen Konsum auf einem gesunden Level halten will, sollte wissen, in welchen Produkten viel Koffein steckt – und welche viel weniger aufputschen als man vermuten würde. Die Food and Drug Administration (FDA), eine Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums, hat in einem Bericht den Koffeingehalt verschiedener Lebensmittel zusammengetragen. Wir haben in Deutschland gängige Produkte ergänzt: die sieben effektivsten Wachmacher im Alltag.

Lesen Sie auf den nächsten Seiten, was wirklich wach macht und was nicht.

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Der Spitzenreiter: Espresso

Koffein/100 ml: ca. 110 mg.

Der kleine Italiener wird auch in Deutschland immer beliebter. Kein Wunder: Mit einem Spitzenwert von etwa 110 Milligramm pro hundert Milliliter macht der Espresso wacher als alle anderen koffeinhaltigen Produkte. Natürlich trinkt man von ihm aber auch weniger: In eine größere Tasse Kaffee passt etwas weniger als ein viertel Liter, in eine Espressotasse nur ungefähr 70 Milliliter.

Da Espresso häufig mit stark gerösteten Arabica-Bohnen gemacht wird, enthält er weniger Chlorogensäure und ist somit verträglicher für den Magen als Kaffee, für den weniger stark geröstete Bohnen verwendet werden.

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Die Überraschung: Schokolade

Koffein/100 g: ca. 88 mg

Das Produkt, das dem Espresso mit bis zu 88 Milligramm pro 100 Gramm fast das Wasser reichen kann, ist nicht etwa ein anderer Kaffee oder ein Energy-Drink, sondern dunkle Schokolade. Wer also vom vielen Espresso die Nase voll hat, sollte einfach auf eine Tafel Bitterschokolade zurückgreifen. Das ist für die Figur zwar nicht besser, macht aber ebenso wach. Die etwas hellere Milchschokolade schafft es immerhin auf 15 Milligramm pro 100 Gramm.

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Der Klassiker: Filterkaffee

Koffein/100 ml: ca. 40 mg

Der gut alte Filterkaffee belegt Platz drei mit durchschnittlich 40 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter. Natürlich kann gerade bei diesem Getränk der Koffeingehalt stark variieren – jeder hat mindestens eine Tante, bei der ein Kaffee im schönen Sonntagsporzellan mehr nach Wasser schmeckt als nach allem anderen. Im Gegensatz dazu gibt es auch die sogenannten Kaffees, die tote Tanten wecken, und gerne mal Montags morgens von müden Kollegen gebrüht werden.

Häufig wird empfohlen, immer wenigstens einen Schuss Milch in die Tasse zu geben. So soll die im Kaffee enthaltene Chlorogensäure einen Puffer bekommen und die Magenwände weniger stark angreifen.

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Die Weltspitze: Schwarzer Tee

Koffein/100 ml: ca. 31 mg

Für viele ist der schwarze Tee eine leckere Alternative zu Kaffee geworden. Das beliebteste Getränk der Welt bringt es in Deutschland auf etwa 27 Liter im Jahr pro Kopf. Tee gilt im Vergleich zu Kaffee als die gesündere Wahl, unter Ernährungswissenschaftlern ist das umstritten. Der Begriff „Teein“ wurde außerdem abgeschafft: Der im Tee enthaltene Wachmacher ist chemisch identisch mit Koffein.

Genau wie beim Filterkaffee kann die Koffeinkonzentration im Tee stark variieren. Wer seinen Tee nur etwa eine Minute ziehen lässt, bekommt einen Koffeingehalt von etwa 19 Milligramm pro 100 Milliliter. Bei fünf Minuten Ziehzeit sind es bereits über 30 Milligramm – das entspricht dem Gehalt einer leichter gebrühte Tasse Kaffee.

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Das Partyphänomen: Energy-Drinks

Koffein/100 ml: ca. 32 mg

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum: Wer wirklich einen Kick braucht, sollte einen Energy-Drink trinken! Tatsächlich haben Red Bull und Konsorten aber eine weniger aufweckende Wirkung als Kaffee, und sind eher mit einem starken schwarzen Tee zu vergleichen – wobei der Tee immer noch höher liegen kann. Auch das in einigen Energy-Drinks enthaltene Taurin hat keinerlei aufputschende Wirkung– ein weiterer Mythos.

Laut Neurowissenschaftler Andreas Bauer verdanken Energy-Drinks ihre Wirkung vor allem den Umständen, in denen sie häufig konsumiert werden: Bei Parties, also wenn man ohnehin schon in aufgeweckter Stimmung ist, und in Verbindung mit Alkohol. Würde eine Versuchsperson unter Laborbedingungen und in Abwesenheit von Partystimmung und Diskokugeln zwei Dosen eines Energy-Drinks trinken, würden diese, so Bauer, vermutlich genau so wirken wie zwei einfache Tassen Kaffee.

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Die alternativen Colas: Fritz und Afri

Koffein/100 ml: ca. 25 mg

Die Hamburger Fritz-Kola und die ursprünglich aus Köln stammende Afri Cola haben mit 25 Milligramm pro 100 Milliliter einen dreimal höheren Koffeinwert als die gängigen Marken Coca Cola und Pepsi.

Fritz-Kola ist erst seit 2003 auf dem Markt, Afri Cola schon ein alter Hase: 1931 wird die Marke erstmals registriert. Schon damals lag der Koffeingehalt so hoch wie heute. 1998 wechselte jedoch der Besitzer und der Koffeingehalt wurde herabgesetzt. Diese Entscheidung schadete aber dem Image des Getränks, weshalb Afri Cola den Softdrink seit 2006 wieder mit den 250 Milligramm Koffein pro Liter des Originalrezepts herstellt.

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Das Hipstergetränk: Club Mate

Koffein/100 ml: ca. 20 mg

Das in den neunziger Jahren noch als Hackerbrause gefeierte Getränk Club Mate ist über die Jahre zu einer hippen Softdrink-Alternative geworden. Inzwischen ist Club Mate aber auch diesem Trend ein wenig entwachsen, die Teebrause ist im Mainstream angekommen. Das Getränk wird seit den frühen zwanziger Jahren hergestellt, allerdings kannte man es damals noch unter dem Namen „Sekt-Bronte“.

Es schmeckt weniger süß und hat etwa zwei bis zweieinhalb mal so viel Koffein wie Coca Cola. Der Rohstoff des Getränks wird aus dem Yerba-Tee-Strauch gewonnen, der in Südamerika zuhause ist.

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Die Softdrinks: Coca Cola und Pepsi

Koffein/100 ml: ca. 8 mg

Viele Menschen würden vor dem Einschlafen nie Cola trinken, haben aber mit einem abendlichen Kaffee kein Problem. Die Zurückhaltung bei den Softdrinks ist übertrieben. Coca Cola und Pepsi enthalten nämlich nur um die acht Milligramm Koffein pro 100 Milliliter.

Auf diesen Wert kann auch schon mal ein Becher Kakao kommen. Um den gleichen Kick wie bei einem starken Becher Kaffee zu bekommen, müsste man schon einen ganzen Liter Cola trinken – doch das ist aufgrund des vielen Zuckers wenig empfehlenswert. Zuckerfreie Light-Alternativen machen mit etwa zwölf Milligramm pro 100 Milliliter ein wenig wacher.

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