Etwa jede neunte Frau bekommt die Diagnose Brustkrebs. Foto: dpa
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland. Etwa 60.000 Neuerkrankungen gibt es pro Jahr. Bekommt eine Patientin die Diagnose, muss sie schnell handeln, trotz der Sorgen und Ängste. Worauf es bei der Behandlung ankommt.
Die Zahl ist erschreckend groß: Jede neunte Frau in Deutschland erkrankt laut dem Robert Koch-Institut (RKI) an Brustkrebs. Die hohe Zahl von Krankheitsfällen führt aber auch dazu, dass es bei der Behandlung schon sehr viel Erfahrung gibt. „Im Idealfall wird die Patientin durch ein engmaschiges Netzwerk gereicht“, sagt die Frauenärztin Simone Wesselmann von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) in Berlin. Ein aktives Mitwirken an der Therapie ist aber auch wichtig.
„Die Diagnose Brustkrebs ist für eine Frau natürlich ein Schock“, sagt Karin Meißler vom Bundesvorstand des Vereins Frauenselbsthilfe nach Krebs. „Da ist erstmal der Gedanke: In einem halben Jahr bin ich tot.“ Wird ein bösartiger Tumor im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen oder bei der Mammografie jedoch früh erkannt, sind die Chancen für eine erfolgreiche Therapie in der Regel gut.
Bösartige Tumore müssen schnell entfernt werden
Allerdings hat eine Brustkrebs-Patientin innerhalb kurzer Zeit sehr viel zu bewältigen. „Von der Diagnose bis zur Operation vergehen ein bis drei Wochen“, sagt Wesselmann. Bösartige Tumore müssen fast immer schnell operativ entfernt werden. Dafür ist ein Krankenhausaufenthalt von rund fünf Tagen nötig.
Diagnose Brustkrebs: Was jetzt zu tun ist
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Diagnose Brustkrebs: Was jetzt zu tun ist
Selbsthilfegruppe kontaktieren
Karin Meißler vom Bundesvorstand des Vereins Frauenselbsthilfe nach Krebs empfiehlt, noch vor der OP mit einer Selbsthilfegruppe Kontakt aufzunehmen: „Viele Erkrankte sind überfordert, da hilft der Austausch mit anderen Betroffenen sehr.“ Und weil es so viele Fälle von Brustkrebs gibt, werden Frauen auch in der Nähe ihres Wohnortes fündig. „Wir haben knapp 400 aktive Gruppen, die sich regelmäßig treffen“, sagt sie.
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Lernen, die wichtigen Fragen zu stellen
Wichtig sei der Austausch vor allem, damit die Patientinnen erfahren, wie sie sich in den Behandlungsprozess einbringen können. „Es ist wichtig, aktiv nachzufragen und zu verstehen, warum was gemacht wird. Man muss schließlich zu der Therapie und den Medikamenten stehen können“, sagt Karin Meißler.
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Brustkrebszentrum suchen
Nach der ersten Diagnose gibt in der Regel der behandelnde Arzt den weiteren Weg vor, indem er eine Klinik für die Operation und begleitende Maßnahmen empfiehlt. Der erste Schritt in der Therapie führt zu einem Brustkrebszentrum. Anders als in der Vergangenheit liegt dabei das Schicksal der Patientin nicht mehr in der Hand eines einzelnen Mediziners. „In interdisziplinären Tumorkonferenzen wird jeder einzelne Fall von fünf Fachärzten besprochen“, erklärt Wesselmann. „Dabei kommen auch psychologische und soziale Aspekte zur Sprache.“
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Wer trägt die Kosten?
Was nach einem hohen - auch finanziellen - Aufwand klingt, ist in Deutschland mittlerweile Standard. „Die Krankenkasse übernimmt alle Leistungen, die medizinisch notwendig sind“, bestätigt Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen in Berlin.
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Auf Zertifizierung achten
Die Patientin kann selbst ein Brustkrebszentrum auswählen. Allerdings sollte sie dabei auf die Zertifizierung durch die DKG achten, die momentan 246 Zentren vorweisen können. Sie garantiert die Einhaltung weltweit gültiger Leitlinien zur Brustkrebsbehandlung, erklärt Simone Wesselmann, die bei der DKG für die Zertifizierung zuständig ist. „Ein Brustkrebszentrum ist nicht immer eine einzige Klinik, es kann auch zum Teil ein Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten sein, die sich nach der Operation um die Patientin kümmern.“
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Nachsorge gehört zur Therapie
Diese Nachsorge ist ein wichtiger Bestandteil der Krebstherapie. Medikamente und Bestrahlung sorgen dafür, dass sich kein neuer Tumor bildet. Auch der Zustand der Brust nach der Operation ist ein medizinisches Problem.
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Was passiert mit der Brust?
In bis zu 90 Prozent der Fälle wird die Brust erhalten. Andernfalls ist ein künstlicher Aufbau nötig. „Auch hier springt die Krankenkasse ein, da es sich nicht um eine Schönheitsoperation handelt“, betont Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Unübersichtlich wird es erst bei alternativen Heilmethoden. Da empfiehlt Marini, sich beim eigenen Versicherer zu informieren, ob dieser die Alternativmedizin unterstützend zur Schulmedizin erstattet.
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Blick nach vorne
In einem zertifizierten Brustkrebszentrum gehört außerdem der Kontakt mit Sozialarbeitern zum Therapieprogramm. Denn neben den psychologischen und körperlichen Auswirkungen einer Brustkrebserkrankung ist auch entscheidend, wie es im Leben der Patientin weitergeht. „Früher bedeutete Brustkrebs direkt Frührente und damit finanzielle Einbußen. Heute wird oft eine Rückkehr in den Beruf angestrebt“, sagt Karin Meißler von der Frauenselbsthilfe nach Krebs.
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Schnell schlau machen
Eine Brustkrebs-Patientin hat innerhalb kurzer Zeit sehr viel zu bewältigen. „Von der Diagnose bis zur Operation vergehen ein bis drei Wochen“, sagt Frauenärztin Simone Wesselmann von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Denn fast immer müssen bösartige Tumore schnell operativ entfernt werden. Etwa fünf Tage dauert der Krankenhausaufenthalt in der Regel.
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Es ist also bei aller Angst und Sorge, die eine Brustkrebsdiagnose hervorruft, vor allem wichtig, gut informiert zu sein. In der kurzen Zeit vor der Operation steht die Auswahl des Brustkrebszentrums im Vordergrund, Kontakt zur Selbsthilfe sollte auch schon geknüpft werden. Sind diese ersten Weichen richtig gestellt, dann greift das Netzwerk der etablierten Brustkrebstherapie. Der Gedanke, mit der Krankheit nicht allein zu sein, ist in diesem Fall nicht nur tröstend - er sichert auch einen guten Behandlungsstandard.
Was bei der Diagnose Brustkrebs zu beachten ist, wie man sich informiert und welche Maßnahmen getroffen werden müssen, lesen Sie in unserer Bilderstrecke oben.
So reduzieren Sie Ihr Krebsrisiko
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So reduzieren Sie Ihr Krebsrisiko
2. Vermeiden Sie Übergewicht
Führende Krebsspezialisten wie Professor Otmar Wiestler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sind der Ansicht, dass Übergewicht das Rauchen als Hauptursache von Tumoren ablösen wird. Im Zusammenhang mit Übergewicht beobachten Wissenschaftler eine wachsende Zahl an Speiseröhrenkrebs, Darm-, Brust-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der genaue Grund sei noch nicht ganz klar.
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3. Ernähren Sie sich vitamin- und ballaststoffreich
Viele Studien haben den Zusammenhang zwischen einer gemüsereichen Ernährung und einem niedrigen Krebsrisiko nachgewiesen. Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt, über den Tag etwa 600 Gramm Obst und Gemüse zu essen. Verteilt auf fünf oder sechs Portionen pro Tag.
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4. Essen Sie wenig Fleisch
Wer regelmäßig rotes Fleisch (Schwein, Rind, Lamm) verzehrt, stirbt mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs oder an einem Herz-Kreislauf-Leiden. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, für die mehr als eine halbe Million Amerikaner zwischen 50 und 71 Jahren zehn Jahre lang befragt wurden. Am Ende der Studie waren 71.000 Teilnehmer gestorben. Wer am meisten rotes Fleisch vertilgte, hatte den Forschern zufolge das höchste Risiko, früh zu sterben. Schon 250 Gramm rotes Fleisch am Tag erhöht bei Männern das Risiko um 22 Prozent, an Krebs zu sterben.
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5. Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum
Auch der Genuss von Wein, Bier und Schnaps wirkt sich negativ auf das Krebsrisiko aus. Laut einer Berechnung ist Alkohol an einer von zehn Krebsneuerkrankungen mitverantwortlich. Bei Frauen an einer von 33 Neuerkrankungen. Doch wie viel Alkohol ist zu viel? Gemäß des American Institute for Cancer Research sollten Männer maximal einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein pro Tag trinken. Frauen die Hälfte dieser Menge.
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6. Setzen Sie Ihre Haut nicht der Sonne aus
Die UV-Strahlung der Sonne ist der größte Risikofaktor, an Hautkrebs zu erkranken. Das gilt besonders für hellhäutige Menschen und für Kinder. Sie sollten der direkten Sonne möglichst gar nicht ausgesetzt sein. Doch auch Erwachsene sollten zwischen 12 und 15 Uhr die Sonne meiden, denn dann sind die Strahlen besonders intensiv. Um Hautkrebs vorzubeugen sollte man zudem keine Sonnenbäder nehmen und eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
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7. Bewegen Sie sich regelmäßig
Bewegung regt den Kreislauf an, verbrennt Kalorien, erhöht die Abwehrkräfte, senkt die Blutfette und steigert die Leistungsfähigkeit. Kurzum: Bewegung beugt Krankheiten vor und erhöht die Lebensqualität. Experten empfehlen etwa drei Mal die Woche eine halbe Stunde Sport, egal ob walken, schwimmen oder Fahrrad fahren.
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8. Schützen Sie sich vor krebserregenden Stoffen
Stoffe, die Krebs erregen können, finden sich fast überall. Sie verstecken sich in Nahrungsmitteln, in Baumaterialien, in Möbeln und immer wieder auch in Spielsachen. Durch gesetzlich geregelte Grenzwerte und Vorsichtsmaßnahmen soll das Krebsrisiko gering gehalten werden. Doch auch jeder Einzelne sollte sich informieren, ob er etwa bei der Arbeit mit Schadstoffen konfrontiert ist und sich dieser Gefahr nicht unnötig aussetzen.
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9. Gehen Sie zur Krebs-Vorsorge
Krebsexperten empfehlen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. So sollten Männer ab dem 45. Lebensjahr ihre Prostata untersuchen lassen. Frauen ab dem 30. Lebensjahr sollten in regelmäßigen Abständen zur Brustkrebskontrolle und ab 50 Jahren sollten Männer und Frauen zur Darmkrebsvorsorge gehen.
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10. Lassen Sie sich gegen das Hepatitis B-Virus impfen
Etwa jeder zehnte Krebs wird von einer chronischen Viren-, Parasiten- oder Bakterieninfektion mit verursacht. Am häufigsten Leberkrebs. Mitverantwortlich ist das Hepatitis B-Virus. Seit 20 Jahren gibt es eine Impfung gegen Hepatitis B-Viren. In Deutschland werden schon Säuglinge dagegen geimpft. Erwachsene, die nicht geimpft wurden, können das jederzeit nachholen. Allerdings muss man die Impfung selber bezahlen, wenn kein besonderes berufliches oder gesundheitliches Risiko besteht.
Quellen: Deutsche Krebsgesellschaft, Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, Deutsche Krebshilfe
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1. Verzichten Sie aufs Rauchen
Schätzungen zufolge ist jede dritte Krebserkrankung in Industrieländern auf Tabakkonsum zurückzuführen. Statistisch gesehen verliert jeder Raucher acht Jahres seines Lebens, im Extremfall sogar 20 Jahre. Die gute Nachricht: Fünf Jahre nach dem Rauchstopp hat sich das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, bereits halbiert.
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