Fasten bedeutet Verzicht - wer sich in dieser Zeit grundsätzlich Gedanken über seinen Lebensstil macht, kann damit den Einstieg in eine gesündere Ernährung schaffen. Foto: dpa
Fettes Essen, stark gewürzt, mit kühlem Bier und süßen Nachspeisen – die Fastenzeit bietet einen Anlass, mit schlechten Ernährungsgewohnheiten zu brechen. Ein Auftakt für eine Ernährungsumstellung kann Heilfasten sein. Wir geben Tipps.
Der Beginn der Fastenzeit und das Frühjahr bieten gute Gelegenheiten, die eigene Ernährungsweise zu überdenken – und durch eine Heilfastenkur alte Gewohnheiten zu verändern.
Eine Fastenkur sieht klassischerweise so aus: Der Fastende verzichtet für eine begrenzte Zeit auf feste Nahrung. Konsumiert werden nur Mineralwasser, Tees, Säfte und Gemüsebrühe.
Tipps zum Heilfasten
Bildergalerie ( 11 Bilder )
Was für Alternativen gibt es?
Daneben gibt es noch etliche weitere Fastenmodelle - etwa die Molkekur nach Dr. Anemueller oder die Markert-Diät, die Gemüsebrühe mit einem Eiweißzusatz kombiniert.
Foto: dpa
Worauf sollte verzichtet werden?
Zum Verzicht auf feste Nahrung kommt beim Heilfasten der auf Genussmittel aller Art, sei es Süßes, Alkohol, Kaffee oder Zigaretten. Auf diese Weise gibt man dem Körper eine Art zeitlich begrenzte Auszeit, in der der Körper Altlasten loswerden und sich regenerieren kann.
Foto: dpa
Was gehört noch zum Fasten dazu? (1/2)
Um den reinigenden Effekt zu verstärken und die Ausscheidungsvorgänge zu fördern, kommt eine Reihe unterstützender Maßnahmen zum Einsatz: darunter Einölungen, die die Ausscheidung über die Haut anregen sollen, oder Leberwickel, die das Entgiftungsorgan stimulieren sollen.
Foto: dpa
Was gehört noch zum Fasten dazu? (2/2)
„Am wichtigsten ist sicher die Darmreinigung. Zu Fastenbeginn führt man mit Glaubersalz ab, danach sollten mindestens alle 2 Tage Spülungen erfolgen. Auf diese Weise werden schädliche Ablagerungen gelöst“, erläutert Kling. Der Berufsverband Deutscher Internisten warnte allerdings kürzlich unter Verweis auf eine aktuelle Studie aus den USA vor Darmspülungen zur „Entgiftung“. Weder die Wirksamkeit noch die Verträglichkeit der auf dem Markt verfügbaren Darmreinigungssysteme zur Wellness-Anwendung sei wissenschaftlich belegt. Vielmehr könnten solche Darmspülungen bei falscher Anwendung etliche unerwünschte Nebenwirkungen haben - in harmloseren Fällen zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Foto: dpa
Positive Effekte der Fastenkur (1/2)
Die positiven Effekte, die die Befürworter dem Großputz von innen zuschreiben, sind allerdings zahlreich: Sie reichen von der Stärkung der Immunabwehr und der Selbstheilungskräfte bis zur Prävention von Krankheiten wie Typ-2-Diabetes. Kling ergänzt, dass das Fasten auch zum Abnehmen geeignet sei: Während des Fastens purzelt etwa ein halbes Kilo pro Tag, und die Kur ist oft Initialzündung für mehr.
Foto: dpa
Positive Effekte der Fastenkur (2/2)
„Voraussetzung ist, dass ich danach nicht gleich wieder in alte Gewohnheiten verfalle“, betont Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. „Wer dauerhaft abnehmen will, muss seine Ernährung langfristig umstellen und kommt um ein umfangreiches Bewegungsprogramm nicht herum.“ Insofern sei eine Heilfastenkur nur sinnvoll, wenn derjenige, der sie absolviert, auch etwas über gesundheitsbewusstere Ernährungs- und Lebensweise lernt.
Foto: dpa
Risiken und Nebenwirkungen (1/2)
Unabhängig davon rät die Ernährungsexpertin von einem zu intensiven Fasten dringend ab. „Trinkt man etwa tagelang nur Wasser, kommt es zu erheblichen Verlusten von Körpereiweiß - der Harnsäurespiegel im Blut steigt an. Menschen mit erhöhtem Purinspiegel ist daher wegen des Risikos eines akuten Gichtanfalls das Fasten nicht anzuraten.“
Foto: dpa
Risiken und Nebenwirkungen (2/2)
Weitere unerwünschte Nebenwirkungen sind Herzrhythmusstörungen durch fehlende Energiezufuhr oder Nierenkoliken durch übermäßigen Elektrolytverlust. „Selbst wenn man sich bester Gesundheit erfreut, sollte der Fastenzeitraum nicht länger als fünf Tage sein“, betont sie vor diesem Hintergrund. Gerade „Erst-Fastern“ sei dringend professionelle Aufsicht zu empfehlen. Wer gesundheitlich angeschlagen oder gar chronisch krank ist, sollte ganz davon absehen.
Foto: dpa
Hat Fasten eine heilende Wirkung?
Dem stimmen Fastenanhänger nur bedingt zu. „Tatsache ist, dass man mit Heilfasten eine ganze Reihe von Krankheiten und Beschwerden lindern oder sogar heilen kann“, erklärt Buchinger. So wirke es nachhaltig blutdrucksenkend oder könne eine Insulinresistenz zurückbilden und damit einen Diabetes mildern.
Foto: dpa
Fasten unter Aufsicht
Er rät chronisch Kranken allerdings, nur unter ärztlicher Aufsicht zu fasten - aufgrund des höheren Komplikationsrisikos und weil je nach Erkrankung Sondermaßnahmen wie die Gabe von Vitaminen und Mineralien notwendig sein können. Vor dem Fastenbeginn sollte daher eine eingehende körperliche Untersuchung stehen. Und während der Kur sind regelmäßige Gesundheitschecks ratsam, um das Wohlbefinden zu sichern.
Foto: dpa
Wie sieht eine klassische Fastenkur aus?
Der Fastende verzichtet für eine begrenzte Zeit auf feste Nahrung und Genussmittel. Konsumiert werden nur Mineralwasser, Tees, Säfte und Gemüsebrühe. „So ist es unter anderem beim Heilfasten nach Otto Buchinger. Der Mediziner entwickelte es vor gut 80 Jahren und war damit einer der großen Pioniere des Fastens in Deutschland“, erklärt Christa Kling, ärztlich geprüfte Fastenleiterin der Deutschen Fastenakademie aus Darmstadt.
Foto:
dpa
Fotostrecken Gesundheit
Fotostrecken Gesundheit
Ernährung
Gesundheit
Gesundheit
Gesundheit
"So ist es unter anderem beim Heilfasten nach Otto Buchinger. Der Mediziner entwickelte es vor gut 80 Jahren und war damit einer der großen Pioniere des Fastens in Deutschland", erklärt Christa Kling, ärztlich geprüfte Fastenleiterin der Deutschen Fastenakademie aus Darmstadt.
Zum Verzicht auf feste Nahrung kommt beim Heilfasten der auf Genussmittel aller Art, sei es Alkohol, Kaffee oder Zigaretten. "Auf diese Weise gibt man dem Körper eine Art zeitlich begrenzte Auszeit", erklärt Andreas Buchinger, Mitglied der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung und Chefarzt einer Privatklinik in Bad Pyrmont. In der Auszeit könne der Körper Altlasten loswerden und sich regenerieren.
Aber ganz so leicht ist es nicht: Was man sonst noch beim Fasten beachten sollte, zeigen wir Ihnen in unserer Bildergalerie (oben).
Wie das Abnehmen langfristig gelingt
Bildergalerie ( 7 Bilder )
Wie das Abnehmen langfristig gelingt
2. Vorsicht bei tollen Versprechungen
Auch im Internet finden sich viele Hilfsangebote. Diese sind aber nicht immer seriös. „Wenn Versprechungen gemacht werden wie ‚Zehn Kilo in nur einer Woche verlieren’, ist das Humbug“, versichert Nicole Merbach von der Stiftung Warentest. Stattdessen sollte überprüfbar sein, ob das Programm auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Außerdem sollte es alltagstauglich sein. Wichtige Fragen sind: Wie viel Zeit kostet mich die Diät? Wie aufwendig ist die Zubereitung der Rezepte? Kann ich die Zutaten leicht besorgen?
Foto: dpa
3. Diäten sind keine Dauerlösung
Als endgültige und dauerhafte Lösung von Gewichtsproblemen funktioniere kein Diätprogramm, versichert Ernährungsberaterin Anja Bath. Allerdings schränkt sie ein: „Es gibt Diäten, die man als Einstieg nehmen kann.“ Im besten Fall können sie also dabei helfen, die grundlegende Ernährungsumstellung einzuleiten, die Experten für unerlässlich halten.
Foto: dpa
4. Beispiel „Brigitte“-Diät
Eine der bekanntesten Schlankheitskuren ist die „Brigitte“-Diät. Zum Erfolg sollen Rezeptvorschläge führen, die den täglichen Kalorienkonsum steuern. Zwischensnacks sind nicht mehr erlaubt. Es darf ruhig mal ein Hungergefühl aufkommen. Zwischen den Mahlzeiten sollten vier Stunden Pause sein, damit der Körper die Mahlzeit verarbeiten kann. Es ist auch nicht mehr egal, welche Mahlzeit zu welcher Tageszeit eingenommen wird. Zum Beispiel ist es abends sinnvoll, Eiweiß zu sich zu nehmen, aber keine Kohlenhydrate.
Foto: dpa
5. Beispiel Weight Watchers
Bei den Weight Watchers treten „Sattmachertage“ neben das bekannte System der Selbstkontrolle durch Lebensmittelpunkte, an denen auf das Zählen verzichtet wird. „Es werden dafür nur Lebensmittel aus der Sattmacherliste gegessen, die wenig Fett, Salz und Zucker enthalten, dafür aber einen höheren Ballaststoff- oder Eiweißgehalt haben und den Magen füllen“, erklärt Simone Mickelat von Weight Watchers. Wer mit dem Programm erfolgreich abnehmen will, sollte auch an den Treffen lokaler Gruppen teilnehmen, das steigert die Erfolgsaussichten. Das reine Onlineangebot der Weight Watchers schneidet bei der Stiftung Wahrentest dagegen nur mittelmäßig ab.
Foto: dpa
6. Kein Abnehmen ohne Bewegung
Einig sind sich Ernährungsexperten, dass sich fürs erfolgreiche Abnehmen nicht nur die Ernährung ändern muss. Ausreichend Bewegung sollte die zweite Säule sein. Dabei zählt jeder Schritt. „Es muss ja nicht immer gleich Sport sein“, findet Ernährungsberaterin Sonja Mannhardt. Auch andere Aktivitäten, die Freude machen, sind sinnvoll - zum Beispiel Arbeit im Garten.
Foto: dpa
7. Das richtige Sportprogramm
Wer den Prozess mit Sport beschleunigen will, sollte nicht nur darauf achten, bei welcher Sportart die meisten Kalorien verbrannt werden. „Ein Großteil des Stoffwechsels resultiert nicht direkt aus körperlicher Aktivität, sondern findet auch in Ruhe statt“, erklärt Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. Deshalb muss der Körper dazu angeleitet werden, konstant einen höheren Verbrauch zu haben. Am besten geeignet ist dafür eine Kombination von Ausdauersport und Muskeltraining, denn ein trainierter Körper verbrennt mehr.
Foto: dpa
1. Schreiben Sie alles auf
Als ersten Schritt empfehlen Ernährungswissenschaftler, ein Tagebuch zu führen. „Man muss alles aufschreiben, was man isst, um die aktuelle Situation zu erfassen“, lautet der Tipp von Ernährungsberaterin Anja Bath. Die Aufzeichnungen sollte im besten Fall ein Experte analysieren. Manchmal reicht schon eine einzige Sitzung bei der Ernährungsberatung, um eine Veränderung zu bewirken. Im Anschluss ist es wichtig, sich realistische Ziele zu setzen. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit, motiviert zu bleiben, deutlich höher.
Foto:
dpa
Fotostrecken Gesundheit
Fotostrecken Gesundheit
Ernährung
Gesundheit
Gesundheit
Gesundheit