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Berliner Zeitung | Laufsport : Nicht jeder kann einen Marathon laufen
16. January 2016
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Laufsport : Nicht jeder kann einen Marathon laufen

Jogger auf dem Tempelhofer Feld.

Jogger auf dem Tempelhofer Feld.

Foto:

imago/Cathrin Bach

Herr Jaworski, draußen ist es kalt und regnerisch. Wie überwinde ich meinen inneren Schweinehund und jogge trotzdem?

Am besten ist es, sich feste Trainingstermine und konkrete Ziele zu stellen. Wenn ich den Berliner Halbmarathon laufen möchte, muss ich im Winter trainieren. So etwas vor Augen zu haben, motiviert. Wenn man dann noch in der Gruppe läuft, ist es noch leichter.

Worauf sollte ein Einsteiger achten, um nicht so schnell die Lust am Laufen zu verlieren?

Zuerst sollte er schauen, ob er gesund ist. Behutsam, nur allmählich die Umfänge steigern. Wer sich überanstrengt, verliert schnell die Lust. Am Anfang das Laufen mit dem Walken kombinieren.

Macht Laufen schlank?

Nein, automatisch nicht. Aber Laufen ist schon prädestiniert zur Gewichtsabnahme, weil es die Sportart ist, die am meisten Kalorien verbrennt. Eine Stunde Laufen ist effektiver, als eine Stunde Radfahren.

Sind lange, aber langsame Läufe besser als schnelle kurze?

Grundsätzlich verbraucht man pro Kilometer gleich viel Energie, egal, wie schnell man ist. Also kann man es ruhig im Wohlfühltempo angehen.

Schadet es den Gelenken, auf der Straße zu laufen?

Der Untergrund spielt keine Rolle, wenn ein Läufer einen gesunden Bewegungsapparat und einen ordentlichen Laufstil hat – und wenn er sich ausreichend regeneriert. Häufig gibt es die Probleme, wenn man zu viel trainiert oder zu schnell steigert. Muskeln, Sehnen und Bänder passen sich einer steigenden Belastung nicht so schnell an wie zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System.

Kann jeder Marathon laufen?

Nein. Marathon ist eine Extrembelastung.

Wie ernähre ich mich richtig?

Dafür benötigen wir keine Wundermittelchen. Wenn wir uns an die normale, gesunde, ausgewogene Ernährung halten, haben wir alles, was wir brauchen, also viel Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte essen. Eiweiß und Kohlenhydrate gehören ebenso dazu. Wir brauchen auch Fette, aber es sollten gute Fette sein. Was wir nicht brauchen: Diätpläne, sinnlose Kalorienzählerei und Nahrungsergänzungsmittel.

Das Gespräch führte Peter Kirnich.