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Sommer in der Stadt: Warum Sonne glücklich und gesund macht

Ein Bad in der Sonne füllt die Vitamin-Speicher auf und macht gute Laune.
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imago stock&people

Kaum ist es etwas wärmer und die Sonne strahlt prall vom Himmel, wird schon vor ihr gewarnt. Und das schneller als man sich in sie hineingelegt hat. Erinnert sei aber daran: Ohne das Licht der Sonne, auch das direkte, ist Leben auf der Erde nicht möglich. Für die Menschen eine „Universalarznei aus der Himmelsapotheke“, wie der Dramatiker August von Kotzebue schon wusste. Und das gilt gerade für Stadtmenschen, die die meiste Zeit des Jahres in geschlossenen Räumen verbringen. Also raus in den Sonnenschein, an die Strandbar, den Biergarten oder den See. Denn Sonnenstrahlen machen glücklich und gesund.

Davon ist der Nuklear- und Ernährungsmediziner und Buchautor Jörg Spitz überzeugt. Er plädiert seit Jahren für regelmäßige Sonnenbäder von März bis Oktober. Zehn Minuten die Vorderseite, zehn Minuten die Rückseite des Körpers, weitgehend unbedeckt und ohne Sonnencreme. Die beste Zeit dafür im Frühjahr und Sommer ist laut Jörg Spitz zwischen 10 und 16 Uhr. „Sonne Dich mäßig, aber regelmäßig und vermeide einen Sonnenbrand“, lautet sein Rat. „So kann der Körper unter der Haut ausreichend Vitamin D bilden, die Vorstufe eines Hormons, fettlöslich und im Fett- und Muskelgewebe speicherbar.“ Zudem werde die Haut weniger empfindlich gegen Sonnenstrahlen. Geschätzt wird, dass 60 bis 80 Prozent der Deutschen unter Vitamin-D-Mangel leiden.

Gut für die Knochen

Vitamin D ist wichtig für die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, der dann die Knochen härtet, hat Einfluss auf die Muskelkraft und die Nervenzellen. Wir können unseren Vitamin-D-Bedarf allerdings nur zu zwanzig Prozent über die Nahrung decken. Jörg Spitz ist sogar davon überzeugt, dass bei ausreichend Vitamin D im Blut und in den Speichern, das Krebsrisiko, der Blutdruck und das Risiko für Multiple Sklerose, Diabetes und Alzheimer sinkt.

So weit will Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht gehen. Trotzdem empfiehlt auch die Ernährungswissenschaftlerin „Sonnenbäder von fünf bis zu 25 Minuten täglich“, die Hälfte des Körpers unbedeckt aber durch eine Creme mit niedrigem Lichtschutzfaktor geschützt.

Beide sind sich darin einig, dass in unseren Breiten der Körper von März bis Oktober zu wenig Vitamin D bilden kann. Neben der Einnahme von Vitaminpräparaten im Herbst und Winter bleibt auf jeden Fall als kostenlose und sichere Variante sich im Sommer leicht bekleidet möglichst viel im Freien zu bewegen und so die Speicher für die grauen Tage aufzufüllen. Denn eine Vitamin-D-Überdosierung durch zu viel Sonne ist unmöglich.

Und ganz nebenbei sorgen die im Körper gebildeten Endorphine dafür, dass wir glücklicher sind und mehr flirten. Die Sonne macht die Haut glatter und bräunt sie schön. Und attraktiver zu sein, hat noch nie geschadet.