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Trinken: Zehn Gründe, warum Mineralwasser in Flaschen Unsinn ist

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imago/McPHOTO

Wasser ist das wichtigste Nahrungsmittel, der Mensch besteht zu mehr als 50 Prozent aus Wasser, jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt 130 Liter davon - wenn es heiß ist, mehr. Mehr als in vielen anderen Ländern kaufen Deutsche Wasser in Flaschen. Dabei spricht so vieles für Leitungswasser.


1. Gesundheit: Leitungswasser ist sicherer als abgefülltes!

Die deutsche Trinkwasserverordnung legt für Trinkwasser aus der Leitung strengere Kriterien an als für Quell- und Mineralwasser. Was aus dem Hahn kommt, darf weder Krankheitserreger noch andere Stoffe in gesundheitsschädigender Konzentration enthalten. Die Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte und Qualitätsansprüche für 53 mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter fest. Trinkwasser wird auf mehr Schadstoffe geprüft wird als Mineral- und Quellwasser. Es erfolgt z.B. eine Pestizid-Prüfung, die es für Mineral- und Quellwasser nicht gibt.

2. Kosten: Leitungswasser kostet fast nichts, während Abfüller oft absurde Preise verlangen!

So kostet ein Liter Mineralwasser im Durchschnitt 50 Cent. Für das gleiche Geld bekommt man in Berlin mehr als 500 Liter Leitungswasser (derzeit liegt der Kubikmeterpreis in Berlin bei 1,81 Euro). Die Beliebtheit von Wasser in Flaschen gilt als einer der großen Coups der Marketingindustrie.

3. Plackerei: Leitungswasser ist so bequem, bequemer geht’s nicht !

Hahn aufdrehen – egal ob zu Hause oder im Büro. Das war's. Kein Weg ins Geschäft, keine Flaschen einladen, heimschaffen, leere Flaschen in irgendeiner Ecke horten, wieder ins Geschäft bugsieren… Wer trotz alledem nicht auf das Kistenschleppen verzichten will: Lieber Mehrwegflaschen wählen und möglichst keine Plastikflaschen nehmen, die geben häufig Abbauprodukte des Plastiks, zum Beispiel hormonelle Substanzen, an das Wasser ab.

4. Temperatur: Aus dem Hahn kommt es kühler!

Zwar schwankt die Temperatur je nach Jahreszeit, aber kühler als das Wasser in den Flaschen, die in der Büroecke oder im Flur lagern, ist es allemal. Und was aus dem Kaltwasserhahn kommt, verstopft nicht den Kühlschrank.


5. Kein Verfallsdatum: Trinkwasser aus dem Hahn ist immer frisch vorhanden!

Kein Ablagern, kein Schalwerden, kein Verkeimen.

Die Gründe 6 bis 10 finden Sie auf der nächsten Seite.


6. Umwelt: Wasser in Flaschen ist ein Umweltdesaster!

Schon die Flaschen: Für Plastikflaschen werden fossile Brennstoffe (Erdöl) verbraucht, Glasherstellung frisst Energie. Dann die Wasch- und Befüllungsanlagen. Der Transport, oft über Hunderte Kilometer (z.B. aus Frankreich) frisst enorme Mengen Energie. Öko-Bilanzen zeigen: Trinkwasser aus dem Hahn ist hundertmal umweltfreundlicher als die gleiche, in der Region gewonnene Menge Mineralwasser. Verglichen mit einem aus dem Ausland importierten Mineralwasser, schneidet das Leitungswasser sogar rund tausendmal besser ab.


7. Mythos Abwasser: Auch Leitungswasser kommt direkt aus der Natur!

Leitungswasser stammt zu 64 Prozent aus natürlichen Quellen (Grundwasser), zu 27 Prozent aus Oberflächenwasser (Flüssen und Seen) und zu neun Prozent aus Quellwasser. Bevor es ins Versorgungsnetz eingespeist wird, wird es durch verschiedene Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet. Nur in Notfällen ist es nötig, das Wasser mithilfe von Chlor zu desinfizieren. Abwasser wird nach dem Klären in die Gewässer geleitet und damit wieder in den Kreislauf der Natur, nicht direkt in die Rohre. Oft gefürchtete Arzneimittelrückstände werden nur äußerst selten nachgefunden. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass der Körper über Staub, Kleidung oder Nahrung viel größere Mengen an Giften aufnimmt als über Wasser.


8. Mythos Mineralien: Ein zu vernachlässigender Unterschied!

Zwar enthalten sogenannte Mineralwässer etwas mehr Magnesium, Kalium, etc., doch enthält weder abgefülltes noch Leitungswasser Mineralien in tatsächlich gesundheitsrelevanten Mengen. Der Bedarf wird weit überwiegend durch feste Nahrung gedeckt. Übrigens enthält das Berliner Leitungswasser immerhin 9,5 Milligramm Magnesium pro Liter. (Alle Werte finden Sie bei den Berliner Wasserbetrieben)


9. Mythos Blei: Die Gefahr ist gebannt!

Seit 2013 gelten neue Richtwerte gelten. So wird garantieret, dass kein giftiges Blei ins Trinkwasser gelangt. Solche Rohre sind aus dem Leitungssystem entfernt. Höchstens in alten Häusern, deren Besitzer noch immer nicht umgerüstet haben, können auf den letzten Metern heikle Stellen auftreten.

10. Aus Liebe zum Blubber: Gibt’s auch für Leitungswasser!

„Willst du Blasen, nimm einen Strohhalm und puste“, empfahl einst der amerikanische Radiomoderator und Schriftsteller Garrisson Keillor seinem Publikum. Wer es wirklich spritzig will, der schaffe sich einen Wassersprudler an - aber Vorsicht, der kann verkeimen.

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