blz_logo12,9

Glosse: Und Beate Zschäpe kommt ins Kabinett

Wenn es nach so manchem Politiker ginge, könnte die EU-Kommission den NPD-Chef Udo Pastörs auch gleich nach Brüssel einladen, findet unser Glossenschreiber.

Wenn es nach so manchem Politiker ginge, könnte die EU-Kommission den NPD-Chef Udo Pastörs auch gleich nach Brüssel einladen, findet unser Glossenschreiber.

Foto:

dpa

Okay, es mag schwerfallen: Aber man sollte mal versuchen, sich in einen Nazi hineinzuversetzen. Einen deutschen Nazi. Diesen armen Menschen muss es doch jetzt förmlich zerreißen: Einerseits ist er bestimmt beeindruckt, wie der russische Führer sein Volk heim ins Reich holt. Aber noch erbärmlicher fühlt er sich gegenüber seinen ukrainischen Volksgenossen.

Die fackelten als Spitze der Bewegung emsig Polizisten ab, als der deutsche Obernazi Holger Apfel sich per Burnout nur selbst verbrannte. Das ist alles so ungerecht. Der deutsche Nazi muss sich jede kleine Grabschändung ewig vorhalten lassen. Wenn dagegen der Swoboda-Chef „Russensäue, Judenschweine und andere Unarten“ erwähnt, ist das laut Katrin Göring-Eckardt nur „ein Zitat von 2004“.

Auch für CDU-Europapolitiker Elmar Brok sind bei Auslandsnazis „nicht Sprüche der Vergangenheit“ entscheidend, sondern, „dass diese Partei sich für eine Rechtsstaatlichkeit einsetzt und die Demokratie in der Ukraine möglich macht“. Warum bekommt der deutsche Nazi nicht dieselbe Chance, sich für Rechtsstaatlichkeit einzusetzen?

Ein Anfang wäre ein Gruppenfoto des „Thüringer Heimatschutzes“ mit Frank-Walter Steinmeier. Dann könnte die EU-Kommission den NPD-Chef Udo Pastörs nach Brüssel einladen. Am Ende liefe es auf einen Kabinettsposten für Beate Zschäpe hinaus. Ihr letztes Delikt war ja wohl auch schon 2006.