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Hacker-Angriff: Datenleck in Dänemark

Kein Zutritt? Von wegen. Hacker knackten das IT-System der dänischen Polizei und konnten auf riesige Datenmengen zugreifen.

Kein Zutritt? Von wegen. Hacker knackten das IT-System der dänischen Polizei und konnten auf riesige Datenmengen zugreifen.

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imago stock&people

Kopenhagen -

Monatelang hatten Hacker Zugriff auf das Datensystem der dänischen Polizei, ohne dass die Behörden, der Geheimdienst oder die zuständige IT-Firma die Sicherheitslücke bemerkt hätten. Erst ein Tipp ihrer schwedischen Kollegen brachte die Dänen auf die Spur des bisher größten Datendiebstahls in ihrem Land. Die Hacker stahlen die Personaldaten sämtlicher Führerscheinbesitzer, die Passwörter für die interne Kommunikation von 10.000 Polizeibeamten und brachen auch ins SIS-Register ein, in dem die Schengen-Länder ihre Informationen über alle Personen speichern, für die ein internationaler Haftbefehl vorliegt.

Am Freitag musste Justizminister Morten Bødskov seinen EU-Kollegen die peinliche Panne beichten. Er konnte nicht einmal mitteilen, ob der Angriff nur gegen den dänischen Teil des Fahndungsregisters gerichtet war oder das gesamte System betrifft. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström zeigte sich bekümmert. Noch wisse man nicht, ob die Informationen weiterverbreitet worden seien. Sie bekräftigte, dass alle Mitgliedsstaaten zu höchster Datensicherheit verpflichtet seien.

Daran haperte es offensichtlich in Kopenhagen. Rund zwei Millionen der zehnziffrigen Personennummern, die jeden Dänen identifizieren, wurden aus dem Führerscheinregister entwendet. Bisher deute nichts darauf hin, dass die Informationen missbraucht worden seien, beruhigt Polizeichef Jens Henrik Højbjerg. Die Polizei nahm einen 20-jährigen Dänen fest. Dieser bestreitet alle Vorwürfe.


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