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Hass und Hetze: Neue Strategien zum Umgang mit Pegida

Pegida-Demonstration in Dresden

Pegida-Demonstration in Dresden

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dpa

Dresden -

Wie geht man um mit einem fremdenfeindlichen Bündnis, das seit über einem Jahr Woche für Woche Tausende Menschen auf die Straße bringt? In Dresden beraten an diesem Wochenende mehr als 200 Vertreter von Initiativen, Organisationen, Bündnissen, Parteien und Gewerkschaften über mögliche Formen des Protestes gegen Pegida - und wie man diesen auch über einen längeren Zeitraum durchhalten kann.

Eingeladen hat das Bündnis Dresden Nazifrei. Bei der am Freitagabend (18.00 Uhr) im Hörsaalzentrum der Technischen Universität beginnenden Strategiekonferenz gehe es darum, Leute zusammenzubringen und neue Vernetzungen zu ermöglichen, sagte Albrecht von der Lieth, einer der Organisatoren. Bisherige Formen des Protestes sollten kritisch betrachtet und neue überlegt werden.

14 Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten

Bis Samstag stehen 14 Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten auf dem Programm. Dabei geht es um die „sächsischen Verhältnisse“ allgemein; aber auch darum, wie man zum Nationalisten wird und ob wöchentlicher Protest im zahlenmäßig kleineren Rahmen besser ist als punktuelle Großdemos. Auch der Umgang mit Pegida und der der Pegida-Anhänger mit den Medien sollen diskutiert werden. Außerdem sind Vorträge und Lesungen geplant.

Erst auf einer so breit angelegten Konferenz sei es möglich, längerfristige Strategien zu entwickeln, die auf mehreren Ebenen und parallel zueinander von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen initiiert und getragen werden, meinen die Veranstalter.

In den vergangenen Monaten haben mit dem erneuten Zulauf bei Pegida in Dresden auch die Gegenproteste wieder zugenommen. „Im April hatten wir uns bewusst entschlossen, die Aktionen ganz einzustellen“, sagte von der Lieth. Mit Gegenprotest hätte man Pegida nur Aufmerksamkeit verschafft. „Das hat auch eine Weile funktioniert.“ Aber mit der Entwicklung der Flüchtlingskrise bekam auch Pegida wieder Oberwasser. (dpa)