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Hertha BSC gegen FSV Frankfurt: Ronny führt Hertha zum Sieg

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Herthas Ronny (l.) im Zweikämpf mit Frankfurts Yannick Starck. Zwei Geistesblitze des Brasilianers verhalfen den Berlinern zum Sieg gegen den FSV.
Herthas Ronny (l.) im Zweikämpf mit Frankfurts Yannick Starck. Zwei Geistesblitze des Brasilianers verhalfen den Berlinern zum Sieg gegen den FSV.
Foto: dapd

Beim Spiel gegen „Reizgegner“ FSV Frankfurt sichern Hertha BSC zwei Geistesblitze von Ronny eine starke Serie und eine entspannte Winterpause. Bei einem Union-Erfolg in Braunschweig wären die Berliner sogar „Weihnachtsmeister“.

Die wohl entscheidende Szene des Spiels umschrieb Marcel Ndjeng, zur Zeit Aushilfs-Verteidiger bei Hertha BSC, später mit glänzenden Augen so: „Ab und an hat man eine Sternstunde.“ Was war geschehen im nasskalten Olympiastadion? Der Berliner „Reizgegner“ FSV Frankfurt, so Hertha-Trainer Jos Luhukay, führte durch einen Treffer von Michael Görlitz (55.) bis acht Minuten vor dem Abpfiff mit 1:0 und wollte die Endlos-Serie des Aufstiegsfavoriten mit bis dato 16 ungeschlagenen Spielen in Serie beenden.

Ausgerechnet Frankfurt war es, wo Hertha BSC am zweiten Spieltag mit 1:3 die einzige Niederlage der Hinrunde einstecken musste. Doch dann kam der Brasilianer Ronny und entschied mit zwei Geistesblitzen und der wichtigen Mithilfe von Ndjeng und später von Fabian Lustenberger das Duell zu Gunsten der zuvor lange Zeit recht hilflosen Berliner. Am Ende hieß es 2:1.

Nach 82 Minuten bekam Hertha einen Freistoß am Frankfurter Strafraums zugesprochen. Der eingewechselte Hüne Sandro Wagner, der geschickt Bälle verteidigen kann, war gefoult worden. „Vielleicht war der Freistoß nicht unbedingt berechtigt, weil Wagner weggerutscht ist“, sagte FSV-Trainer Benno Möhlmann, „aber meine Spieler hätten besser aufpassen müssen. Hertha hat das clever gemacht.“

Bärenstarker Lustenberger

Es war Ronny, der nach kurzem Blickkontakt mit Ndjeng den Freistoß blitzschnell ausgeführt und die FSV-Abwehr übertölpelt hatte. Ndjeng schoss unhaltbar ein. „Der Schiedsrichter stand gut, hatte alles im Blick“, sagte Schütze Ndjeng, um auch den kleinsten Zweifel an der Lauterkeit seines Tuns zu zerstreuen. Nur zwei Minuten später eroberte der erneut bärenstarke Schweizer Innenverteidiger Fabian Lustenberger den Ball, marschierte in den FSV-Strafraum, passte auf Ronny, der mit seinem längst ligaweit gefürchteten linken Fuß das 2:1 erzielte (84.).

Hertha BSC hatte innerhalb von zwei Minuten das Spiel gedreht und mindestens für zwei Tage die Tabellenspitze erobert. Falls der 1. FC Union am Montagabend in Braunschweig siegen sollte, wäre Hertha „Weihnachtsmeister“, wie einige Spieler schnell einen Titel erfanden. Jos Luhukay lobte den „starken Charakter“ seiner Spieler. „Der FSV hat uns alles abverlangt, aber wir sind in der Lage, die Spiele auch spät zu entscheiden, was mit Qualität zu tun hat.“ Bislang haben die Berliner in zehn Saisonspielen 13 Tore in der Schlussviertelstunde erzielen können, Ronny und Ndjeng waren je drei Mal beteiligt.

Am Ende überstrahlten die Aktionen in den letzten zehn Minuten das oft langweilige Gekicke. Es war eine fahrige Partie, und bei Hertha zeigte sich ein altes Leiden: Das Team tut sich schwer gegen massive Abwehrblöcke, wie sie etwa der FSV Frankfurt aufbaute.

„Geile Hinrunde“

Oft fehlten Tempo und Esprit, um das Spiel frühzeitiger zu entscheiden. Doch das interessierte nach dem letzten Duell des Jahres 2012 niemanden mehr. Ronny widmete seinen neunten Saisontreffer seinem Mitspieler Roman Hubnik, dem er nach seinem fulminanten Schuss nahe der Reservebank vor Freude in die Arme gesprungen war. „Roman motiviert uns immer stark. Der ist ein sehr wertvoller Spieler, auch wenn er derzeit nur Ersatz ist.“

Kapitän Peter Niemeyer sprach von einer „geilen Hinrunde“ , wollte sich „schnell eine Flasche Bier gönnen“, und Marcel Ndjeng freute sich auf eine „sehr entspannte Winterpause“. Als Trainer Jos Luhukay angesichts von zehn Punkten Vorsprung auf Platz drei und den 1. FC Kaiserslautern gefragt wurde, was bei Hertha schon erstligareif sei, verweigerte er die Aussage. Er wolle nicht über die Erste Liga reden, sondern lieber weiter hart arbeiten, denn „in der Zweiten Liga darf man nie nachlässig werden.“

Kurios war das Verhalten der Fans. Die Ostkurve war sich nicht einig, wie man nach dem auch von Hertha mit beschlossenem DFL-Sicherheitspapier vorgehen sollte. Ein großer Teil, darunter die Ultras, schwieg, andere im Oberrang feuerten ihr Team an. Die Spieler jedenfalls waren sich einig: Sie feierten nicht mit den Fans in der Kurve.

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