Nun muss also Otto Rehhagel ran. Otto Rehhagel, der Mann, der einmal die universellste aller Wahrheiten „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen“ gefunden hat, muss Berlin retten. Nun ist etwas Merkwürdiges entstanden um das Retten, in diesen Tagen. Wir wissen nicht, welche Aufgabe größer ist, die von Rehhagel oder die von Wolfgang Schäuble, der seit längerem und immer wieder Griechenland rettet.
Was wir dagegen schon heute wissen, ist, dass die Griechen dem Schäuble seine Hilfe nicht danken. Und wir befürchten deswegen auch, dass es am Ende, wenn Berlin mit Rehhagel möglicherweise ins Nichts der Zweiten Liga abgestiegen sein wird, für unseren König Otto nicht anders sein wird: Man wird ihm seinen Einsatz nicht danken. „Wenn ich ein paar Spiele verliere“, sagte Otto einmal, „lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“
Rehhagel weiß, was auf ihn zukommt
Es ist nicht überliefert, ob er damals schon an Berlin dachte, das Spree-Athen, aber man kann doch davon ausgehen, dass der Mann nur zu gut weiß, was auf ihn zukommt. Er macht es trotzdem, denn er weiß auch, und auch das hat er einmal gesagt, dass der Koch helfen muss, wenn das Schiff sinkt. Selbst wenn er nur mit der Bratpfanne Wasser schöpfen kann.
„Mit 50 bist Du als Fußball-Trainer reif für die Klapsmühle.“
„Die sollen sich nicht so anstellen, bei mir zählen nur glatte Brüche als Verletzungen.“
„Modern spielt, wer gewinnt.“
„Ich biete mich nirgendwo an - außer bei meiner Frau.“
„Jeder kann sagen, was ich will.“
„Wer Erster ist, hat immer Recht. Ich habe also Recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.“
„Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“
„Ich schätze es, wenn Fußballer verheiratet sind, denn die eigene Frau ist das beste Trainingslager.“
„In diesem Geschäft gibt es nur eine Wahrheit: Der Ball muss ins Tor.“
„Wenn ein Space Shuttle in die Atmosphäre startet, darf niemand in der ganzen NASA-Station einen Fehler machen, sonst explodiert das Ding. Also: Jeder ist an seiner Stelle wichtig.“
„95 Prozent meiner Spieler merken, dass ich meine Spieler liebe.“
Für solche selten gewordene Weisheit möchten wir Otto Rehhagel hier an dieser Stelle danken und ihn zum (vorerst?) Letzten in der ehrwürdigen Reihe griechischer Philosophen erklären.
Otto ist schon seit Langem kein Trainer mehr, sondern ein Philosoph. Du hast keine Chance, aber nutze sie. Er weiß es. So wurde er, der Philosoph auf dem Trainerstuhl, Europameister. Es steht allerdings zu befürchten, dass die Athener so weise nicht waren, als sie ihn zu ihrem Ehrenbürger ernannt haben. Sie hätten ihm auch den Schierlingsbecher gegeben.
Und das war es sicher auch nicht, was das deutsche Volks- und heimliche Intellektuellenblatt Bild (gegen Bilder hatte übrigens schon der alte Überphilosoph Platon einiges) meinte, als es ihm liebevoll den Namen Rehakles gab. Vielleicht können aber die Deutschen und Schäuble doch einiges von Rehakles (und Sokrates) lernen.
Du sollst lieben, wen du rettest, zum Beispiel. Oder: Du sollst deinen Retter lieben.

Hertha BSC hat das Wunder im Berliner Olympiastadion geschafft. Unsere Reporter waren vor Ort: Im Stadion und in der Fankneipe in Neukölln. Lesen Sie hier noch einmal den Verlauf des packenden Abstiegsduells am Sonnabend nach. mehr...
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 81 | ||
| 2 | Bayern München | 77:22 | 73 | ||
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 64 | ||
| 4 | B. Mönchengladbach | 49:24 | 60 | ||
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 54 | ||
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 53 | ||
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | 48 | ||
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | 44 | ||
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | 42 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | 42 | ||
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | 41 | ||
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | 40 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 47:51 | 39 | ||
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | 38 | ||
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | 36 | ||
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | 31 | ||
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | 30 | ||
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | 23 | ||
