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Hertha BSC: Spitzenmann Lasogga kommt zurück

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Trainer Jos Luhukay dirigiert beim Trainingsauftakt am Schenckendorffplatz lautstark seine Spieler.
Trainer Jos Luhukay dirigiert beim Trainingsauftakt am Schenckendorffplatz lautstark seine Spieler.
Foto: dpa

Hertha-Trainer Jos Luhukay besitzt zahlreiche personelle Alternativen – der Niederländer muss in der Rückrunde den neuen Konkurrenzkampf moderieren.

Jos Luhukay war allgegenwärtig. Die Stimme des Trainers von Hertha BSC, der die Feiertage im heimischen Venlo in den Niederlanden verbracht hatte, schallte immer wieder lautstark über den Schenckendorffplatz nahe dem Olympiastadion. Der Trainingsauftakt beim Zweitligisten geriet zu einer intensiven 80-minütigen Einheit, „in der wir die Spieler gleich mit vielen Bereichen konfrontiert haben“, so Luhukay.

Einen möglichen Schlendrian angesichts der komfortablen Tabellensituation wird der 49-Jährige Coach nicht zulassen. Er sagt: „Die Mannschaft ist gefestigt, wir müssen aber jetzt die richtige Fitness bekommen, denn die Rückrunde wird vor allem zum Ende hin schwer genug werden. Wir benötigen garantiert einen langen Atem.“

Hertha BSC hat sich in den bislang 19 Spielen – zwei Duelle der Rückrunde fanden bereits im Dezember statt – 42 Punkte geholt und liegt mit zwei Zählern Rückstand zu Spitzenreiter Eintracht Braunschweig auf Platz zwei. Wichtiger aber ist, dass der Abstand zum 1. FC Kaiserslautern auf Rang drei – der zur ungeliebten Relegation berechtigt – schon zehn Punkte beträgt.

Der Optimismus in Berlin ist groß. Stürmer Sandro Wagner sagt: „Den Aufstieg lassen wir uns nicht mehr nehmen.“ Auch die Fans sehen das inzwischen so. Bei einer Online-Befragung auf der Vereins-Homepage („Gelingt der sofortige Wiederaufstieg?“) antworteten 73 Prozent der bislang 21.638 Teilnehmer mit „Ja“.

Zu große Konkurrenz im Sturm

Das große Saisonziel wird Hertha mit dem bisherigen Aufgebot in Angriff nehmen. Nur der 20-jährige Stürmer Elias Kachunga hat den Klub gestern verlassen und beim Liga-Konkurrenten SC Paderborn einen Vertrag unterschrieben. Der kleine Stürmer, eine Leihgabe von Borussia Mönchengladbach, kam wegen der großen Konkurrenz im Angriff nur zu zwei Kurzeinsätzen. „Die Situation war für Elias nicht befriedigend und auch nicht für uns“, sagt Luhukay, „in Paderborn sieht er bessere Perspektiven.“

Manager Michael Preetz, der einige Zeit entspannt die erste Übungsstunde bei Wind und Regen verfolgte, kündigt derweil Unspektakuläres an: „Es sind im Januar keine Abgänge und keine Zugänge geplant.“ Auch für den Kolumbianer Adrián Ramos liegt kein Angebot vor. Erst bei einer Offerte von rund fünf Millionen Euro an würde sich Hertha mit einem Transfer befassen.

Mit dem besten Torschützen der Hinrunde, dem Brasilianer Ronny, wird Manager Preetz in den nächsten Tagen die Vertragsgespräche fortsetzen – „ohne jeglichen Zeitdruck“. Ronny war pünktlich und ohne Übergewicht aus dem Brasilien-Urlaub zurückgekehrt. Sein Vertrag läuft im Juni aus. Ihm gelangen in der Hinrunde neun Tore und sieben Vorlagen – Spitzenwert der gesamten Zweiten Liga.

Härtefälle programmiert

Für Jos Luhukay aber könnte es bald einige Luxusprobleme geben, auf die sich der Trainer allerdings freut. Er wird die neue Konkurrenzsituation auf vielen Positionen moderieren müssen. Nach und nach kehren die zahlreichen Langzeitverletzten zurück, was dem Trainer einerseits Alternativen bietet, andererseits aber auch Härtefälle schafft. Christoph Janker (hartnäckige Leistenbeschwerden) absolvierte nach monatelanger Pause gestern sein erstes komplettes Mannschaftstraining.

Maik Franz (nach Schulter-Operation) war mit einer intensiven Laufeinheit dabei. Und der wuchtige Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga, 21, kann nach seinem Kreuzbandriss im Mai 2012 längst alle Übungen mitmachen. Lasogga wirkt sehr athletisch, ist insgesamt gar drahtiger geworden, als zu seinen Glanzzeiten, als er Herthas bester Schütze war. Lasogga kündigte bereits an, die Nummer eins im Sturm werden zu wollen. Angesichts der vielen ehrgeizigen Angreifer – auch Adrián Ramos, Sandro Wagner und Sami Allagui wollen einen Stammplatz ergattern – könnte Luhukay vielleicht öfter als zuletzt mit zwei Stürmern spielen.

Noch etwas warten muss Luhukay auf Abwehrmann Peter Pekarik (Schulter-Operation) und Änis Ben-Hatira (Sprunggelenk). Beide absolvierten gestern leichte Übungen in der Kabine. Und auch Nico Schulz (ebenfalls Probleme am Sprunggelenk) befindet sich erst im Aufbautraining. „Wenn die alle zurückkommen, ist das schon eine Hausnummer“, sagt Kapitän Peter Niemeyer beinahe ehrfurchtsvoll. Und Luhukay beschreibt seine Gefühlslage so: „Ich bin zufrieden mit dem Kader. Wir sind sehr gut aufgestellt.“

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