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Zwischenbilanz Hertha: Schwarze Bohnen für die Schusskraft

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In Berlin gibt es Mauern meist nur noch im Fußball – auf diesem Foto die Abwehrmauer von Hertha im mit 2:1 gewonnenem Derby beim 1. FC Union.
In Berlin gibt es Mauern meist nur noch im Fußball – auf diesem Foto die Abwehrmauer von Hertha im mit 2:1 gewonnenem Derby beim 1. FC Union.
Foto: Imago

Hertha BSC und der 1. FC Union haben Berlins Fußball-Fans viele Erfolgserlebnisse verschafft. Union liegt mit Platz sieben nach der Hinrunde im Soll. Hertha BSC steht auf einem direkten Aufstiegsplatz: Eine Zwischenbilanz.

Hertha BSC hat die Hinrunde auf Rang zwei, einem direkten Aufstiegsplatz, beendet. Das Team hat die meisten Tore in der Liga erzielt (36) und die wenigsten Gegentreffer bekommen (15). Am 3. Januar ruft Trainer Jos Luhukay zur ersten Übungsstunde im Jahr 2013, in dem im Mai der Aufstieg in die Erste Liga gefeiert werden soll.

Der Trainer

Gibt man bei der Suchmaschine Google das Wort „Wahrsager“ ein, firmiert Gabriele Hoffmann als „Deutschlands bekannteste Wahrsagerin“ an vorderster Stelle. Die Frau mit den speziellen Fähigkeiten hat ihren Sitz in Berlin, aber Jos Luhukay, 49, Herthas Trainer, wird nie auf den Gedanken kommen, dort eine Sitzung zu beantragen. Der Holländer hat selbst seine Fähigkeiten als Wahrsager bewiesen – ohne die Sterne zu befragen. Luhukay sagte einst im Kreis Berliner Journalisten voraus: „Ab Oktober werden wir nur schwer zu schlagen sein.“

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Sein Team glaubte ihm und ist seit 17 Spielen in Serie unbesiegt. Später wahrsagte er: „Wir werden näher an Spitzenreiter Braunschweig heranrücken.“ Aus einst sieben Punkten Abstand sind nun zwei Zähler geworden. Die nächste Prognose: „Bei einem Punkteschnitt von zwei Zählern pro Spiel steigen wir auf.“ Bislang sind es gar 2,21 Punkte pro Spiel geworden.

Die Überraschung

Eine Preisfrage, die relativ leicht zu beantworten ist: Um welchen Spieler handelt es sich, dem Luhukay folgende Eigenschaften zuschreibt? „Gesunde Aggressivität, gute Balleroberung, sehr gute Spieleröffnung.“ Und: „Er spielt kaum foul und ist charakterlich ein einwandfreier Junge!“ Die Lösung lautet: Fabian Lustenberger, 24, Schweizer und die positive Überraschung der Hinrunde.

Vor dieser Saison war Lustenberger, der wegen seines Äußeren (schöner Lockenkopf) auch schon mal als Schweizer Wiedergänger der Poplegende Art Garfunkel tituliert wurde, im defensiven Mittelfeld vorgesehen. Geworden ist er – aus der Verletzungsnot geboren – der stärkste Innenverteidiger der Liga. Ob das Ottmar Hitzfeld, dem Schweizer Nationaltrainer, endlich einmal auffällt?

Der Besondere

Wissen Sie, was eine Feijoada ist? Wenn nicht, kann man das Rezept auf der Homepage von Ronny (9 Saisontore, sieben Vorlagen) nachlesen und so auch eines der Geheimnisse für die ungeheure Schusskraft (auch schon mal 210 km/h!) des Brasilianers kennen lernen. Die Feijoada ist ein Eintopf mit schwarzen Bohnen, aufgepeppt mit Würstchen und Pökelfleisch. Dazu reicht man Reis, geröstetes Maniokmehl und brasilianischen Kohl. Ronnys Mutter Fatima soll in Ronnys Kindertagen jeden Mittag diesen nahrhaften Eintopf gekocht haben.

Ronnys Schusskraft wuchs und wuchs – und auch sein Körpergewicht. Als der Wonneproppen im Sommer 2010 zu Hertha BSC wechselte, bekam der Verein ein dickes Problem. Doch das ist Schnee von gestern. Ronny gibt sein Gewicht nun mit 76 Kilogramm an, früher schlug die Waage bei stolzen 85 Kilo aus. Ronny, so Trainer Jos Luhukay, habe nun sogar Kondition für zwei Spiele hintereinander. Fakt ist, dass dem Mann für die besonderen Momente die Luft nie ausging. Drei seiner neun Tore schoss er in den Schlussviertelstunden der Spiele. Nun ist er für zwei Wochen in die Heimat geflogen. Ob Mutter Fatima Feijoada kocht?

Das Exklusive

Seit ein paar Tagen besitzt Hertha BSC ein Alleinstellungsmerkmal – ligaweit. Oder gar europaweit? Das komplette Profi-Aufgebot samt Trainer- und Betreuerstab, insgesamt 39 Personen, gehört ab sofort zu den zahlenden Vereinsmitgliedern. Passend zum Gründungsjahr des Traditionsvereins, 1892, bekamen die Spieler ihre Mitgliedsnummern verpasst. Torhüter Thomas Kraft firmiert so standesgemäß unter 1892-1. Ob die Profis nun mit dem Mitgliedsbuch in der kurzen Hose noch schneller laufen und noch öfter grätschen, wird sich zeigen.

Auf jeden Fall hat der Klub einen Mehrwert: Die Zahl der Mitglieder konnte von 29.100 (Stand: November 2012) auf 29 139 erhöht werden. Und auch die Einnahmen durch Beiträge können so pro Jahr um 2 340 Euro in die Höhe schnellen (60 Euro Jahresbeitrag pro Kopf). Aber auch die Profis profitieren: sie bekommen wie alle Mitglieder 10 Prozent Rabatt auf alle Fanartikel – und sie können künftig bei den Mitgliederversammlungen ans Mikrofon gehen. Sie haben nun völlige Redefreiheit.

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