blz_logo12,9

Kommentar: Ein guter Rat zur Sterbehilfe

Grenzentscheidungen zwischen Leben und Tod.

Grenzentscheidungen zwischen Leben und Tod.

Foto:

dpa

Wenn das Unbehagen, bestimmte Dinge per Gesetz zu regeln, selbst die ranghöchsten Juristen des Landes erfasst, sollten die Politiker hellhörig werden. Er könne als Vertreter des Rechtsstaates ja schlecht lautstark den Verzicht auf neue rechtliche Regeln zur Sterbehilfe empfehlen, seufzte unlängst ein ehemaliger Verfassungsrichter. Die Mitglieder des Deutschen Ethikrats sind da in einer komfortableren Position, kommen aber offenbar in ihrer Mehrheit zum gleichen Ergebnis.

Es kann im Vertrauensverhältnis zwischen dem Arzt und einem Schwerkranken der Moment kommen, an dem dessen Lebenswille vollends erschöpft ist und die Achtung des hippokratischen Eids zur Qual für den Patienten wird. In solchen Fällen wurden immer schon Grenzentscheidungen zwischen Leben und Tod getroffen. Nicht diese Grauzone ist das Problem im Umfang mit dem assistierten Suizid. Im Gegenteil: Wollte man ihn per Gesetz regeln, träte das Gegenteil von dem ein, was damit erreicht werden soll. Der Suizid würde zu einem Normalfall. Seine Anwendung mag dann zwar beschränkt sein, wäre aber doch generell als mögliche Alternative zu prüfen.

Nach manchen vergleichsweise abseitigen Themen stößt der Ethikrat diesmal ins Zentrum einer politisch-gesellschaftlichen Debatte. Er bietet den Abgeordneten des Bundestags an, was seines Namens ist: ethischen Rat – und sogar einen guten.



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?