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Kommentar zu den Wasserstoffbombentests: Nordkoreas Scharfmacher

Kim Jong Un

Kim Jong Un

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REUTERS

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un macht die Welt wieder etwas unsicherer. Es reicht ihm nicht, in Fortsetzung der Familientradition seines Vaters eine Atombombe testen zu lassen – er legt mit der Behauptung nach, im Besitz der wesentlich stärkeren Wasserstoffbombe zu sein. Zugleich lässt er mit Hochdruck am Bau von Raketen forschen, die solche Waffen einmal in die Hauptstädte der Nachbarländer tragen könnten – oder sogar auf das Gebiet des Erzfeindes USA. Die Aussage, schon eine Wasserstoffbombe zu besitzen, wird sich zwar fast sicher als Angeberei erweisen, doch die Ambitionen des jungen Machthabers sind eindeutig.

Während weltweit die Scharfmacher an Einfluss gewinnen, verstärkt jede neue Bedrohung das Gefühl der Verletzlichkeit. Eine Wasserstoffbombe in Verbindung mit einer Mittelstreckenrakete würde die Millionenstädte Peking und Tokio zu Kims Geiseln machen. Diese Metropolen sind die Zentren der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaften der Welt. Ihre Regierungen verfügen zudem ihrerseits über zwei der stärksten Armeen der Welt. Japans Regierungschef hat sich erst kürzlich vom Parlament die Befugnis geben lassen, auf konkrete Bedrohungen auch durch vorbeugende Einsätze reagieren zu können.

Rivalität zwischen Japan und China schwelt weiter

In der Region wächst die Gefahr eines unübersichtlichen Konflikts. Die Rivalität zwischen Japan und China schwelt weiter, während die übrigen Länder der Region den Vormachtanspruch Pekings mit Misstrauen betrachten. Eine Eskalation ist an keiner dieser Fronten ausgeschlossen.

Im Großraum Europa herrschen Krieg, Vertreibung und politische Uneinigkeit, die USA irritieren durch einen populistischen Wahlkampf – und im an sich optimistischen Ostasien flammen politische Brandherde auf. Für das Jahr 2016 lässt sich angesichts dessen in Zukunft bloß auf eine größere Besonnenheit der Verantwortlichen hoffen.



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