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„Der unglaubliche Burt Wonderstone“: Zickenkrieg mit Löwenmähne

Anton (Steve Buscemi, hinten) und Burt (Steve Carell). Ähnlichkeiten mit irgendwelchen anderen Magiern sind natürlich rein zufällig.

Anton (Steve Buscemi, hinten) und Burt (Steve Carell). Ähnlichkeiten mit irgendwelchen anderen Magiern sind natürlich rein zufällig.

Foto:

Warner

Treffen zwei Illusionskünstler aufeinander, kann es schon mal krachen. So ist das mit dem Kino und der Zauberei, erbitterte Konkurrenten seit jeher – schon im „Zauberer von Oz“ reißt das Kino der Magie den Vorhang herunter, verrät den Trick. Und so ist das mit diesem neuen Zauberfilm Marke Hollywood, der natürlich in Las Vegas spielt: Hinter dem Vorhang sind sich die „magischen Freunde“ Burt (Steve Carell) und Anton (Steve Buscemi), die genauso gut Siegfried und Roy heißen könnten, längst spinnefeind.

Der Spaß an Gaukelei und Verblüffung ist verschwunden; nur das Publikum ist noch da und klatscht noch der altbackensten Nummer arglos Beifall. Das ändert sich, als mit dem Heavy-Metal-Magier Steve Gray (Jim Carrey) ein Konkurrent auftaucht.

Der Illusionszyniker zaubert eigentlich gar nicht, sondern malträtiert aus nackter Geltungssucht seinen Körper. Denn so ist das heutzutage: Wer auf Kohlen schläft und zwölf Stunden seinen Urin hält, ohne aufs Klo zu gehen, hat das Spektakel auf seiner Seite. Dagegen sehen unsere Showmagier unter ihren Löwenmähnen plötzlich so alt aus, wie sie tatsächlich sind.

Wollte man dem Film „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ irgendeine Bedeutung unterjubeln, so formuliert sich hier am ehesten die Furcht vor den neuen Reality-Formaten: Was tun, wenn die Illusion nicht mehr gefragt ist? Dann kann auch der Film dichtmachen, und all seine Tricks und Spezialeffekte werden ihm nichts nutzen.

Der letzte gute Trick

Der Regisseur Don Scardino könnte es nun Burt nachtun. Nach dem Bruch sämtlicher Illusionen besinnt der sich auf alte Tugenden. Und tatsächlich spricht ja nichts gegen das Aufwärmen alter Tricks. Die Mischung aus krassem Humor und noch krasserer Sentimentalität ist so ein Trick, bekannt aus ganz ähnlichen Eitelkeitskomödien, in denen stark geschminkte Männer sehr schöne und sehr hässliche Dinge tun. Doch „Zoolander“ (männliche Mannequins) und „Die Eisprinzen“ (männliche Eiskunstläufer) hatten daneben noch den Witz und den Esprit, der hier fehlt.

Hinzu kommt, dass der sonst so sensible Komikprofi Steve Carell die Rolle des gelangweilten Routiniers allzu überzeugend ausfüllt. Wäre da nicht dieser eine letzte Trick, der das Publikum wieder zurückbringt – man könnte glauben, Zauberei und Kino passten wirklich nicht zusammen. Wir würden ihn zu gern verraten.

Der unglaubliche Burt Wonderstone (The Incredible Burt Wonderstone) USA 2013. Regie: Don Scardino, Kamera: Matthew J. Clark, Darsteller: Steve Carell, Steve Buscemi, Olivia Wilde u. a.; 100 Minuten, Farbe. FSK ab 12.