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Berlinale Bären werden gegossen: Die Bären-Werkstatt

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dpa

Es riecht nach verschweißtem Metall, die Luft ist staubig, überall stehen riesige Skulpturen herum. Dass sich hier die Geburtsstätte eines kleinen, goldenen Bären befinden soll, fällt nur auf den zweiten Blick auf. Erst nachdem die 1200 Grad Celsius heiße Bronze in die Form gegossen wurde, zeichnen sich die Umrisse der begehrten Filmbären ab. Am 20. Februar werden sie zum Abschluss der Berlinale feierlich verliehen.

In der Gießerei Noack am Charlottenburger Spreeufer in Berlin, die seit 1951 die Trophäen für das Filmfestival herstellt, läuft schon Wochen vorher die Produktion auf Hochtouren. Ein Goldener und rund ein Dutzend Silberner Bären werden jeweils gefertigt. Jedes Stück ist ein kleines Unikat, obwohl alle auf den gleichen Urbären zurückgehen. Der Entwurf stammt von der Künstlerin Renée Sintenis (1888-1965). Als Vorbild hielten die beiden größeren Verwandten her, die heute an den Stadtgrenzen Berlins an der Autobahn stehen.

Die Bronzefiguren werden noch immer in vielen handwerklichen Arbeitsschritten hergestellt. Der 22-jährige Jan Sprenger etwa, der gerade seinen Meister macht, arbeitet mit Hammer und Punzen die Furchen des Fells nach. Insgesamt stecken drei Wochen Arbeit in dem Auftrag. Jeder Bär bringt etwa 2,5 Kilogramm auf die Waage - die dünne Gold- oder Silberhaut wird am Schluss bei einem Galvanisierer aufgezogen.

Erst in der Nacht vor der Preisverleihung kommen per E-Mail die Namen der Gewinner, die dann noch per Hand auf den Sockel graviert werden müssen. Was die Herstellung einer Trophäe kostet, soll ein Geheimnis im Lebenslauf des Bären und seiner Auftraggeber bleiben, meint Gießerei-Inhaber Hermann Noack.

Im Vergleich zum Oscar oder der Goldenen Palme besteht für ihn der Wert der Berliner Trophäe vor allem in der künstlerischen Verarbeitung. Selbst Hollywoodstar Matt Damon, 1998 für den Film „Good Will Hunting“ ausgezeichnet, sei davon beeindruckt gewesen, erzählt er schmunzelnd. Allerdings habe sich der Schauspieler später beschwert, dass der Sockel locker geworden sei: „Aber man weiß ja nicht, was Matt damit angestellt hat.“ (dpa)