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Nachrichten aus Berlin und der ganzen Welt

Demonstrationen : Die Gema und ihre Jubelperser

Jens Balzer.

Jens Balzer.

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BLZ

Berlin -

Die für das Jahr 2013 angekündigte Tarifreform der Gema sorgt weiterhin für Proteste. Für Donnerstag, den 6. September,  sind in sechs deutschen Großstädten Demonstrationen gegen die geplanten Abgaben-Erhöhungen angemeldet. So auch in Berlin – Treffpunkt hier ist um 14 Uhr vor der Gema-Bezirksdirektion in der Keithstr. 7 im Bezirk Schöneberg; danach geht es über den Kurfürstendamm bis zum Wittenbergplatz.

Was tun? Das fragt sich auch die Gema. In einem am Montagabend an die Mitglieder versandten Schreiben bedauert ihre in München ansässige „Generaldirektion Kommunikation & Marketing“ einerseits, dass „ein rechtliches Vorgehen“ gegen die Demonstration „aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich“ ist.

Man sei aber andererseits „kommunikativ sowie medial“ darauf vorbereitet, und zwar „im Vorfeld über Interviews, Statements und lancierte Medienberichte und ein Schreiben an die Diskotheken- und Clubbetreiber. Am Tag selbst laden wir die Presse in alle Bezirksdirektionen und Generaldirektionen zu einem Gespräch ein. Die Dynamik in den Social-Media-Kanälen verfolgen wir mit einem erweiterten Backup-Team, das hier schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert“.

Falls Sie, liebe Leser, sich also auch schon einmal gefragt haben, warum von den Einnahmen der Gema bei der Mehrheit der Urheber so wenig ankommt: Die Lobbyisten, die „lancierte Medienberichte“ zur Image-Verbesserung organisieren, wollen ja schließlich auch bezahlt werden. Ebenso wie die „Backup-Teams“ – zu deutsch: Jubelperser –, die unter den Artikeln zum Thema die entsprechenden Kommentarrubriken und Facebook-Seiten mit der vorgefertigten Gema-Position vollschreiben.