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DJ Felix Da Housecat darf nicht rein: Twitter-Tiraden gegen das Berliner Berghain

Empört: Felix Da Housecat.

Empört: Felix Da Housecat.

Foto:

MAK MANAGEMENT

Berlin -

In unserer kleinen Reihe „Über welche Themen aus dem Gehege der populären Musik wird gegenwärtig im Internet am meisten diskutiert?“ kommen wir heute nach unserer am Sonnabend veröffentlichten Betrachtung über die Tatsache, dass Beyoncé Knowles auf unautorisiert veröffentlichten unretuschierten Fotografien mit Pickeln und Mitessern zu sehen war, zu einem Vorfall, der sich in der Nacht zum selbigen Tag in unserer kleinen Stadt ereignet hat, und zwar an der Eingangstür zum Berghain.

Durch selbige versuchte der aus Chicago stammende House-DJ Felix Da Housecat in den Club zu kommen, um dort noch ein wenig zu tanzen. Er hatte zuvor selber Schallplatten aufgelegt, und zwar im Prince Charles am Moritzplatz auf einer von einer russischen Wodkamarke finanzierten und nach eigenen Angaben auch „kuratierten“ Veranstaltung namens „MTV Art House Moscow“, zu der man garantiert freien Eintritt erhielt, wenn man zuvor ein selbst erschaffenes Grafik-Design für eine „Hipster-Matrjoschka“ sowie sämtliche persönlichen Daten an den sponsornden Markenartikler eingesandt hatte.

Über vergleichbare Einlasserleichterungen verfügt das Berghain nun nicht, dort kann man so viele Hipster-Matrjoschkas und persönlichen Daten einsenden, wie man möchte, und die Türsteher lassen einen manchmal doch nicht hinein. So erging es auch Felix Da Housecat, er wurde abgewiesen und begann daraufhin umgehend, seine Empörung in mehreren Dutzend, im Minutentakt aufeinander folgenden Twitter-Botschaften in die Welt zu senden, in denen er die Betreiber des Berghains einerseits als „cunts“, also als „Fotzen“, sowie andererseits als „racists“, also als „Rassisten“, beschimpfte, welche man mal wieder daran erinnern müsse, dass das „Haus, in dem sie wohnen“ von „Leuten wie ihm“ erbaut worden sei. Nachdem er eingeschlafen war, wurden die meisten dieser Twitter-Botschaften von seinem Management, dem sie offenbar peinlich erschienen, gelöscht; als er wieder erwachte, machte Felix Da Housecat aber sogleich mit neuen Hasstexten weiter.

Was mich daran erinnert, wie ich vor einer Weile einmal am Tresen meiner Lieblingsbar in Mitte saß, und auf der andere Seite saß die aus Film, Fernsehen und Kinderhörspielen bekannte Schauspielerin Heike Makatsch. Irgendwann versuchte der Journalist Moritz von Uslar, mit dem sie offenbar verabredet war, von draußen zu ihr hineinzukommen, wurde aber – „Geschlossene Gesellschaft!“ – an der Tür abgewiesen. Was tun?

Heike Makatsch und Moritz von Uslar begannen keineswegs, gleich empört loszutwittern, sondern lösten die Situation dahingehend, dass Moritz von Uslar sich draußen vor das Panoramafenster der Bar stellte und mit Heike Makatsch telefonierte, die drinnen vor dem Panoramafenster stand. Denn sie waren ja nun einmal miteinander verabredet, aber Moritz von Uslar durfte nicht zu ihr hinein, und Heike Makatsch wollte nicht zu ihm hinaus, weil sie befürchtete, dann selber nicht mehr wieder in die Bar zurückzudürfen.

Das ist nicht nur ein weitaus souveränerer Umgang mit dem omnipräsenten Türsteher-Problem, als ihn Felix Da Housecat zeigte. Ich finde auch, dass in dieser Szene der Stoff für einen ganz großen Berliner Society-Film steckt.


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