16.01.2012

Dschungelcamp, Tag 5: „Kein dramat situation“

Von Klaudia Wick
Ramona Leiß und Vincent Raven mit Dr. Bob im Dschungelcamp.
Ramona Leiß und Vincent Raven mit Dr. Bob im Dschungelcamp.
Foto: RTL/Stefan Menne

Ailton und Martin pinkeln ins Lager. Die Dschungelcamper wollen die Show in Scharen verlassen und bleiben dann doch. Nur der Regen will einfach nicht weichen. Und der Kolumnistin kommt vorübergehend ihr Brieffreund abhanden.

Lieber Herr Joachim,

nun mache ich mir aber doch ernstlich Sorgen! Gestern erst wollten Brigitte Nielsen und Martin Kesici das Dschungelcamp verlassen, heute morgen ruft Daniel Lopes das Losungswort „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ und nun sind auch Sie unserem Dschungelcamp heute ferngeblieben. Tatsächlich habe ich ja insgeheim auch schon mal drüber nachgedacht: Einfach mal nicht einschalten ... angesichts dieser ereignisarmen Staffel eine ausgesprochen interessante Option, da muss ich Ihnen Recht geben.

Briefwechsel

Unsere Autoren Klaudia Wick und Robert Joachim diskutieren in einem täglichen Briefwechsel die Highlights, Peinlichkeiten und persönlichen Eindrücke des Dschungelcamps.

Bei Lichte betrachtet glaube ich ohnehin nicht, dass all die, mit denen man sich der Medienforschung zufolge in den Kaffeeküchen der Republik am „Tag danach“ über das Dschungelcamp angeblich so gut unterhalten können soll, wirklich alle selbst gucken. Als hätten die Angestellten des „To Go“-Zeitalters heutzutage noch Zeit für Kaffeepausen! Die meisten lassen doch längst schauen. Und zwar von Leuten wie uns: Medienarbeitern, die sich gleich nach der Ausstrahlung an den Rechner setzen und minutiös berichten, was Leute wie Sie heute nicht mehr sehen, aber unbedingt wissen wollen.

Also gut, was soll ich Ihnen berichten: Heute ging es halt pausenlos ums Ausscheiden. Um Jazzys Verstopfung, und Vincents Stuhlgang. Darum, dass Martin und Ailton in der letzten durchregneten Nacht regelwidrig ins Camp gepinkelt hatten und dass Daniel den ganzen verpissten Tag über ans Ausscheiden dachte. „Ich denke ist nicht so dramat situation“ kommentierte Ailton sein Pinkelverhalten, aber Teamchef Jazzy (Führungsstil: „Ich hab‘ keinen Bock auf Bullshit“) rechnete dann doch mal hoch: „Was, wenn das alle täten?“ Ins Camp pissen oder es gleich ganz verlassen?

Dschungelcamp 2012 - die Kandidaten

Bildergalerie ( 11 Bilder )

Beides können die Veranstalter nicht zulassen. Das eine aus hygienischen, das andere aus dramaturgischen Gründen. Und so beobachte ich doch mit Interesse, wie die angeschlagenen Kandidaten Nielsen, Kesici und Lopes jeweils erst tief verzweifelt, aber fest entschlossen das Dschungeltelefon betraten, sich aber wenig später doch „mir nichts, dir nichts“ fürs Bleiben entschieden haben.

Was da wohl zwischendurch passiert ist? Entweder sie rufen in diesen Fällen den Justiziar herbei, der den Abtrünnigen noch mal zum Mitschreiben vorliest und nachrechnet, was im Kleingedruckten des Mitwirkungsvertrages unter der Überschrift „Vorzeitiger Abbruch der Dreharbeiten“ zum Thema Konventionalstrafe steht.

Oder sie haben die armen Camper einfach mal für ein Stündchen Mittagsschlaf mit einem trockenen Daunenschlafsack und einem Tässchen Hühnerbrühe ins Backstage verfrachtet.

Beides wäre wohl aus Sicht von RTL zielführend, beides dürfte aber eher nicht öffentlich werden. Was glauben Sie: Zuckerbrot oder Peitsche? Und was ist überhaupt mit Ihnen und Ihrer Nachtarbeitermoral? Hoffe doch sehr, Sie nehmen sich ein Beispiel an Daniel Lopez, den ja offenbar im Laufe des Tages jemand mal daran erinnert hat, dass er so oder so nicht sofort nach Hause (in welches auch?) fliegen dürfte. Die Mitwirkung am großen Finale nächste Woche steht in seinem Vertrag, da gehe ich jede Wette ein. Halten Sie dagegen?

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