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Berliner Zeitung | "Kraftidioten" im Wettbewerb: Rache ist lustig
10. February 2014
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"Kraftidioten" im Wettbewerb: Rache ist lustig

Abschließendes Gemetzel im Schnee. Bruno Ganz (r.) als Pate mit Persianerkappe.

Abschließendes Gemetzel im Schnee. Bruno Ganz (r.) als Pate mit Persianerkappe.

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Berlinale

Das könnte der Beginn eines recht ernsten Films sein. Nach der Beerdigung will Nils sich umbringen. Schon hat er den Gewehrlauf im Mund, als er im Nebenraum ein Geräusch hört. Er wendet den Kopf, der Lauf lupft seine Wange. Das sieht so bescheuert aus, dass man lachen muss. Und man weiß: In „Kraftidioten“, dem Film des norwegischen Regisseurs Hans Petter Moland wird es auch lustig zugehen.

Es stellt sich heraus, dass Nils’ Sohn Opfer der Drogenmafia geworden ist, ohne in deren Geschäfte verstrickt gewesen zu sein. Der Vater will Vergeltung. Er beginnt unten in der Hierarchie der Bande, tötet einen nach dem anderen, mit dem Ziel, sich zum Kopf des Gangsterrings vorzuarbeiten, dem sogenannten Count, der vegan lebt und das Sorgerecht für den Sohn mit der Exfrau teilt. Ins Spiel kommt eine serbische Bande, angeführt von Papa (Bruno Ganz mit Persianermütze), die die Rachespirale weiter dreht. Diese kann zwar niemals Gerechtigkeit bringen, sondern nur in einem Gemetzel enden, erzeugt aber bei allem Töten Einiges an Komik. So wird jeder, der stirbt, mit einer Texttafel verabschiedet, die ein Kreuz ziert und der Name des Toten.

Den Serben verdankt man auch einen erheiternden Blick auf den norwegischen Wohlfahrtsstaat. „Warst du hier schon mal im Knast?“, fragt ein Serbe den anderen. Und erzählt dann, dass die Wachen dort nicht gewalttätig seien und man sogar in die Rentenkasse einzahle, wenn man im Gefängnis arbeitet. Dass dies eine zivile Errungenschaft sein könnte, passt nicht ins Weltbild der Mafiosi.

Kraftidioten: 11. 2.: 9 und 21.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele;

12.30 Uhr, Friedrichstadt-Palast;

12. 2.: 18.30 Uhr, Passage;

16. 2: 18 Uhr, Friedrichstadt-Palast.


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