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Berlinale-Forum: Asta wider Bürokraten-Basta

In den mürrischen Räumen der Bürokratie hilft auch Astas (S. Ralfs) Anmut nicht.

In den mürrischen Räumen der Bürokratie hilft auch Astas (S. Ralfs) Anmut nicht.

Foto:

Amerikafilm/Sarah Bohn

Aber nein, sie will sich wirklich nicht künstlich aufregen. Nur, das ist leicht gesagt. Die so superschicke wie eloquent-kultivierte Asta ist Kuratorin in Berlin, in einem coolen Büro und mit großem Kunstanspruch. Samt fataler Geldnot. Ihr Ausstellungsprojekt heißt „Das Kino! Das Kunst!“ Kunst ist keine zu sehen, dafür gibt es Gespräche. Jugendliche mit Down-Syndrom, integrale Akteure, lesen, aufgefordert von Asta, stockend-nix-verstehend aus hochtheoretischen Texten.

Das Projekt gerät in Gefahr: Durch ein kritisches Interview bei einem Berliner Radiosender gerät Asta in Misskredit bei der Kulturverwaltung, deren intrigante Dezernentin entfaltet einen nachgerade verächtlichen Hass auf Asta. Sponsoren kündigen, öffentliche Mittel werden blockiert. Basta! Aber sie gibt nicht auf; bis auf eine Szene, in der sie „Scheiße, Scheiße“ stöhnt, verliert Asta (Sarah Ralfs) nicht die Contenance. Man möchte explodieren, angesichts dieser stoischen Haltung, mit der sie auf den potenziellen Sponsor aus Indien wartet und hofft, auf den drohgebärdigen Zynismus des Mitarbeiters der Kulturverwaltung, auf die absurde Lage junger, mit fruchtloser Gärtnerei unterbeschäftigter Kreuzberger Türken reagiert. Wie sie auf Demos mitmarschiert, an ihren Trisomie 21-Kunst-Probanden so gar nicht verzweifelt. Weitermacht. Auch mit Hilfe ihrer einflussreichen Frau Mama – und jener Journalistin, die das verhängnisvolle Interview veröffentlichte.

Dieser Film will viel: Es geht um Integration durch Kunst, um Vermischung aller visuellen Formen. Und da liegt das Problem. Das ist zu viel, da siegen die Klischees. Das brotlose, Alimente-abhängige Dasein vieler Kreativer in Berlin, wo von dieser Spezies gut Hunderttausend leben, verquickt sich zudem verwirrend mit dem theoretischen Überbau für Insider. Eine ätzende Analyse der Situation der Kunstförderung in der Berliner Republik ist das nicht geworden, eher ein Short-Cuts-Versuch über das Scheitern. Allerdings mit etlichen schön-(selbst)ironischen Momenten!

Ich will mich nicht künstlich aufregen

10.2.: 19 Uhr, Delphi; 11.2.: 22 Uhr, CineStar IMAX; 13.2.: 13.45 Uhr, CineStar 8; 15.2.: 20 Uhr, Kino Arsenal 1