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Geld: Deutschland ohne Clooney?

George Clooney bei der Berlinale 2014.

George Clooney bei der Berlinale 2014.

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imago/Future Image

Der deutschen Filmwirtschaft ging es letzthin nicht so übel. Die Zuschauer strömten in die Kinos, um Komödienkracher oder Kinderfilme Made in Germany zu sehen, die Gelder flossen. Aus öffentlicher Hand gingen sie zunächst an die Filmemacher, damit die ihre Bewegtbilder schaffen konnten. Und anschließend flossen im Glücksfall stattliche Summen als Ticket-Einnahmen an die Kinobetreiber und via deren Mini-Abgabe teils zurück an die Filmförderung. Ein schöner, unverzichtbarer Kreislauf, denn die deutsche Filmwirtschaft hängt am Subventionstropf.

Kühner voran ging es, als Ende 2005 Bernd Neumann (CDU) zum Kulturstaatsminister ernannt wurde, auch wenn die Jobbezeichnung damals noch umständlicher formuliert war. Für den Kinofreund Neumann war Film, so seine Worte, eine „Herzensangelegenheit“. Kein Jahr später hatte er den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) auf den Weg gebracht, über den sich die Branche freute – war er doch als „Anreiz zur Stärkung der Filmproduktion in Deutschland“ gedacht.

Dabei ging es also nicht allein um Film als Kulturgut, sondern George auch um volkswirtschaftliche Effekte. Der DFFF gibt Geld dazu für Filmproduktionen, sofern in Deutschland gedreht wird, also hiesige Studios, Werkstätten und Fachkräfte, aber auch Hotels, Logistik- und Catering-Unternehmen genutzt werden. So soll der DFFF zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Filmwirtschaft beitragen und Deutschland zum attraktiven Produktionsstandort machen. Schnell wurde der Fond für viele deutsche, aber auch internationale Kinofilme ein wesentlicher Teil der Finanzierung. Hollywood-Produktionen wie „Grand Budapest Hotel“ (3,2 Millionen EuroGrand Budapest Hotel) oder „Monuments Men“ (8,4 Millionen) wären ohne ihn so nicht entstanden.

Regisseure könnten in andere Länder ausweichen

Für das Jahr 2013 waren die Mittel des DFFF noch von 60 auf 70 Millionen Euro aufgestockt worden. Nun werden sie wieder gekürzt: Der Haushaltsentwurf für 2014 besagt, dass für 2014 nur noch 60 Millionen Euro bereitstehen. Wenn der DFFF aber nun noch schneller ausgeschöpft ist, werden Regisseure wie George Clooney oder Wes Anderson zum Dreh in andere europäische Staaten ausweichen, die als Standort erbittert konkurrieren mit Deutschland. Hierzulande werden dann Däumchen gedreht. Und mit den Stars werben – das ist auch vorbei. Erst während der Berlinale im Februar hatte die jetzige Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärt, man wolle zumindest bei der Förderungssumme von 70 Millionen bleiben. Nun dieses alarmierende Signal: Es lässt ahnen, dass der Bund auch an anderer Stelle seine Förderung kürzen wird.