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Gebührenstreit im US-Kabelnetz: Die Sender kassieren

Schon lange wurde nicht mehr so viel Radio gehört. Grund für den Blackout war ein Gebührenstreit zwischen dem Kabelkanal MSG, der die Spiele der New York Knicks, der Islanders und der Rangers überträgt, und dem Kabelnetzanbieter Time Warner. MSG wollte die Gebühren für sein Programmangebot um 53 Prozent erhöhen, Time Warner wollte nicht mehr als eine 6,5-prozentige Erhöhung bezahlen. Zur Einigung kam man erst, als das Interesse am neuen Basketballsuperstar Jeremy Lin beide Parteien so unter Druck setzte, dass sie sich einigten.

Zu einem 37 Tage langen Ausstand wie in New York kommt es im US Fernsehgeschäft nur selten, Dispute wie der zwischen MSG und Time Warner hingegen sind an der Tagesordnung. In den USA zahlen die Infrastruktur-Anbieter Gebühren an die Programm-Anbieter, um deren Inhalte ausstrahlen zu dürfen. Der Preis richtet sich dabei nach der Popularität des Senders. Die Kosten werden dann an den Konsumenten weitergegeben.

Für den Verbraucher stellt sich der Markt dann wie folgt dar: Er zahlt eine monatliche Abo-Gebühr bei einem Kabelnetzanbieter wie Time Warner. Diese Anbieter haben in der Regel in den einzelnen Märkten ein De-facto-Monopol.

Dabei kann der Verbraucher meist zwischen verschiedenen Paketen wählen. Eine Grundversorgung an Programmen ist zu einem recht erschwinglichen Preis erhältlich. Für 20 Dollar pro Monat bekommt man 20 Programme, zu denen die vier Netzwerke (ABC, NBC, CBS und Fox – die als Zusammenschlüsse lokaler Sender ähnlich der ARD funktionieren, aber Privatunternehmen sind), lokale Nachrichtensender sowie der staatlich subventionierte Bildungs- und Nachrichtenkanal PTBS gehören.

Die zweite Stufe ist ein erweitertes Angebot von mehr als 100 Kanälen, das beispielsweise in New York 45 Dollar extra kostet. Hinzu kann man dann noch „Premium-Kanäle“ wie HBO kaufen, der aktuelle Spielfilme und eigens produzierte Serien anbietet.

Um gegen Internet-Angebote wie die Plattform Netflix konkurrenzfähig zu bleiben, bieten die Kabel-Gesellschaften seit einigen Jahren zusätzlich noch Pay Per View an, wo man Filme oder Serien einzeln bestellen kann.



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