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Interview: "Mohammed hat Gewalt gelehrt und ausgeübt"

Sabatina James

Sabatina James sagt:  „Einen demokratischen Islam bekommt man nicht durch das Leugnen der existierenden Gewalt.“

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Sabatina e.V.

Sabatina James ist nicht ihr richtiger Name. Zwar tritt die 33-jährige pakistanisch-österreichische Menschenrechtsaktivistin, Publizistin und Islamkritikerin unter diesem Pseudonym öffentlich auf, etwa im Fernsehen, persönliche Informationen aber behält sie für sich. Der E-Mail-Verkehr läuft über Dritte und wer mit Sabatina James telefonieren möchte, muss auf ihren Anruf warten. Die Nummer ist unterdrückt, ihr Aufenthaltsort geheim.

„Scharia in Deutschland“, heißt ihr aktuelles Buch. Das klingt nach Kraftmeierei aus der rechten Ecke, nicht nach reflektierter Islamkritik.

Die Frage, ob die Scharia in Deutschland angekommen ist, stellt sich längst nicht mehr. Wir wollen die Realität nur nicht wahrhaben. Islamistische Gewalttaten werden verschwiegen und vertuscht, es gibt keine Statistiken. Da kann man leicht sagen: Ist ja nicht so schlimm.

Wie zeigt sich das in Deutschland?

Jeden Monat werden Frauen getötet im Namen der Familienehre. Über 3000 Mädchen suchen jedes Jahr Hilfe in Beratungsstellen, weil sie zwangsverheiratet werden sollen. Die Zahlen sind aus einer Studie des Bundesfamilienministeriums – und das sind nur die, die sich melden. Wagen die Frauen die Flucht, werden sogenannte Friedensrichter auf sie angesetzt. Werden sie aufgespürt, bleibt nur die Wahl zwischen Unterwerfung oder Tod. Diese Paralleljustiz existiert mitten in Deutschland. Den Frauen wird gesagt: Integriert euch. Tun sie es, droht ihnen das Gleiche wie Hatun Sürücü, die sterben musste, weil sie wie eine Deutsche gelebt hat.

Sie sagen, Islamkritik sei nur unter Polizeischutz möglich. Tausende Pegida-Demonstranten beweisen jede Woche das Gegenteil.

Die Morddrohungen dürfen nicht verharmlost werden. Seit Jahren lebe ich in einem Opferschutzprogramm. Für Menschen wie mich, die dem Islam den Rücken gekehrt haben, gilt die Todesstrafe nach der islamischen Rechtsschule. Ständig wird mir gedroht, offen auf der Straße oder schriftlich. Anderen Kritikern geht es nicht besser, Hamed Abdel-Samad hat von Islamgelehrten eine Hinrichtungs-Fatwa bekommen, Seyran Ates wurde angeschossen, Theo van Gogh wurde erstochen – den Drohungen folgen also auch Taten.

Können nur Nicht-Muslime den Islam gefahrlos kritisieren?

Auch für sie ist das nicht ohne weiteres möglich. Es ist wie ein Zwei-Fronten-Angriff: Unterwirft man sich der islamistischen Gewalt und verteidigt die Demokratie nicht mehr, hat man verloren. Wenn man aber Kritik übt, wird man als Nazi beschimpft und verliert ebenso. Das ist eine perfide Strategie.

Sie vereinfachen gnadenlos, setzen Muslime mit Islamisten gleich.

Es gibt auch demokratische Muslime, aber der Mehrheitsislam der islamischen Staatengemeinschaft ist nicht demokratisch, sondern islamistisch. Das ist weder eine Gleichsetzung noch eine Vereinfachung. Das sind die Tatsachen, die noch keiner widerlegen konnte und mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.

Versteht der Westen den Islam einfach nicht?

Ja. Der Islam ist die Scharia, sie regelt das ganze Leben, auf ihr beruht das Selbstbewusstsein der Muslime, das bessere System zu haben. Es gibt nur graduelle Unterschiede im Ausmaß der Gewalt und der Entrechtung. Das ist der Mehrheitsislam bis heute, deshalb kann die islamische Staatengemeinschaft, die OIC, das in ihre Menschenrechtserklärung schreiben.

  1. "Mohammed hat Gewalt gelehrt und ausgeübt"
  2. "Wir haben ein völlig falsches Bild von islamistischen Gewalttätern."
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