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Berliner Zeitung | Jugendkanal: Erste Details zum neuen Jugendkanal
25. October 2013
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Jugendkanal: Erste Details zum neuen Jugendkanal

Zielgruppe des neuen Kanals sollen 14- bis 29-Jährige sein.

Zielgruppe des neuen Kanals sollen 14- bis 29-Jährige sein.

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dpa

Die Regierungschefs der Länder haben sich am Freitag grundsätzlich für die Gründung eines gemeinsamen Jugendkanals von ARD und ZDF ausgesprochen. Allerdings sehen sie mit Blick auf die wirtschaftliche Plausibilität und inhaltliche Tragfähigkeit noch Klärungsbedarf. So fordern die Ministerpräsidenten in ihrem Beschluss, der dieser Zeitung vorliegt, „geeignete Marktanalysen“. Zudem sollen ARD und ZDF einen „Jugendbeirat“ einrichten. Den Finanzierungsbedarf von 45 Millionen Euro, den die ARD zu zwei Dritteln und das ZDF zu einem Drittel leisten wollen, soll die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs) prüfen. Sollte es zur Gründung des Jugendkanals kommen, würden die bisherigen Digitalkanäle ZDF Kultur sowie Eins Plus und Eins Festival entfallen.

Das Konzept für den Jugendkanal sieht in seinem Entwurf ein trimediales Programmangebot für die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen vor. Geplant sind neben einem 24-Stunden-Fernsehkanal, der auch von den regionalen ARD-Radiowellen beliefert wird, ein eigenes Online-Angebot und Aktivitäten auf sozialen Netzwerken. Mit den Zuschauern und Nutzern soll auf allen mobilen Endgeräten rund um die Uhr kommuniziert werden können.

35 Millionen Euro fürs Programm

Inhaltlich teilt sich das Programmschema in die Bereiche Aktualität/News/Popkultur/Lifestyle; unterhaltende Information; Wissen/Bildung; Fiktion; Comedy; Eventangebote aus Musik-, Netz- und Trendsportkultur sowie Programmschwerpunkte. Der größte Teil der Aufwendungen in Höhe von 45 Millionen Euro fließt mit etwa 35,5 Millionen Euro ins Programm. Weitere Posten sind Personal (etwa 4,2 Millionen Euro), Sachaufwand (2 Millionen Euro) und Verbreitung (3,3 Millionen Euro).

Das meiste Geld für das Programm soll in die Genres unterhaltende Information und Wissen fließen. Konkret sind aus dem Programmaufwand dafür 14,4 Millionen Euro eingeplant. Investieren wollen ARD und ZDF vor allem in die Sendestrecken zwischen 18 und 20 Uhr sowie 22 bis 24 Uhr. So ist werktags nach einer zweistündigen Live-Show der jungen ARD-Wellen um 18 Uhr ein 45-Minuten-Format geplant, das den Alltag der Zielgruppe spiegeln soll: „Das wahre Leben ohne inszenierte, übertriebene Dramatik“, heißt es im Konzept. Im Anschluss folgen zehn Minuten live „News & Infos“, danach eine Zeichentrickserie und bis 20.15 Uhr eine Dokusoap „als Gegengewicht zu privaten Angeboten wie ,Berlin Tag & Nacht‘“. Nach einem Film aus dem „zielgruppenaffinen Bestand von ARD und ZDF“ sieht der Konzeptentwurf eine fiktionale Kaufserie mit anschließender Late-Night-Show vor. Das Wochenende soll für Events aller Art reserviert sein, der Sonntagabend für „junge Dokumentationen“ von ARD und ZDF.

Seinen Sitz wird der Jugendkanal unter Federführung des SWR in Mainz haben. Der Personalbedarf ist mit 49 Stellen angegeben, wovon 20,5 Stellen aus dem Bestand von Eins Plus und der Sendeabwicklung beim Playout-Center Potsdam stammen. 28,5 Stellen gilt es, neu zu besetzen. Vorausgesetzt, dass ARD und ZDF mit der Gründung des Jugendkanals gesetzlich beauftragt werden, könnte der noch namenlose Sender „frühestens im zweiten Quartal des Jahres 2015“ starten.