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Kunstaktion mit 14.000 Schwimmwesten: Ai Weiwei plant Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge in Berlin

Abgelegte Schwimmwesten auf der Insel Lesbos.

Abgelegte Schwimmwesten auf der Insel Lesbos.

Foto:

dpa

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will mit einer weiteren Aktion auf die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer aufmerksam machen. Laut mehreren Medienberichten will er ein Mahnmal aus 14.000 Rettungswesten errichten, um einen Gedenkort für ertrunkene Flüchtlinge zu schaffen. Das Kunstprojekt soll in Berlin entstehen. Der genaue Standort ist noch nicht bekannt.

Laut einem Statement der griechischen Behörden, solle das Projekt aufmerksam machen, auf "das Verbrechen, das Tag für Tag von skrupellosen Menschenschmugglern in der Ägäis verübt wird". Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Anfang des Jahres bereits mehr als 200 Menschen auf ihrer Flucht über den Seeweg gestorben.

Nachgestelltes Foto

Die Westen für das Mahnmal erhält der Künstler von der griechischen Insel Lesbos, wie der Oberbürgermeister der Insel, Spiros Galinos, bestätigte. Erst vor wenigen Tagen hatte der Künstler mit einer Aktion für Aufsehen gesorgt. Er hatte ein weltbekanntes Foto aus dem Herbst 2015 nachgestellt, das einen toten syrischen Jungen an der türkischen Küste zeigt.

Im Sommer 2015 kam der chinesische Künstler nach Berlin, seit November ist er Gastprofessor an der Berliner Universität der Künste (UdK). Ai Weiwei wurde die Gastprofessur bereits im Jahr 2011zuerkannt, damals stand er jedoch unter Hausarrest. (BLZ)