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Aktion Lieblingsbuch: Buchhandlungen locken mit signierten Büchern

Bücher helfen durchs Leben. Und ein guter Buchhändler verhilft zum richtigen Buch.

Bücher helfen durchs Leben. Und ein guter Buchhändler verhilft zum richtigen Buch.

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imago/Westend61

Die Buchhandlung Starick in Berlin-Schmargendorf kann nicht nur wie jede andere auch lieferbare Titel schnell bestellen, sie bietet auch signierte Exemplare an. Regina Scheers Stimmen-Gewebe „Machandel“ über den Wandel im deutschen Osten zum Beispiel, Peter Wawerzineks autobiografischen „Schluckspecht“ und Marion Poschmanns funkelnden Roman über die Zeit, „Die Sonnenposition“. Starick nimmt damit Teil an der Aktion „Lieblingsbuch“.

Signierte Bücher sollen dem stationären Buchhandel Pluspunkte bringen. Amazon kann so etwas nicht bieten. „Lieblingsbuch“ ist die neueste Idee der Autorenvereinigungen wie PEN, Verband deutscher Schriftsteller, Syndikat und Mörderische Schwestern, die mit einem Brief an Amazon die Aktion „Fairer Buchmarkt“ ins Leben gerufen hatten. Inzwischen ist der Streit zwischen den Verlagen und dem Internetgroßhändler zwar beigelegt, der Anlass für den Brief war. Doch Nina George, eine der Organisatoren, sagt: „Unser Wunsch nach einem fairen Buchmarkt bleibt bestehen. Auch das Freihandelsabkommen TTIP macht uns Sorgen, auch E-Book-Piraterie oder unfaire Verträge für Autoren.“ Die Aktion „Lieblingsbuch“ dagegen sei nun mal nicht kämpferisch, sondern eher freundschaftlich.

Ein Nummer größer

In der vergangenen Woche gestartet, finden sich schon 400 verschiedene Titel auf der Internetseite aktion-lieblingsbuch.com – mit der Angabe, welche Buchhandlung die Bücher mit Autogramm verkauft, sogar meist versandkostenfrei verschickt. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit, wenn die Buchhandlungen fast ein Drittel ihres Jahresumsatzes erwirtschaften. Nina George hofft, dass sich die Aktion in zwei Jahren etabliert haben wird.

Elke Heidenreich ist dabei, Tanja Kinkel, Kerstin Gier, Monika Maron, Kai Meyer, Max Goldt – aber auch jede Menge Autoren, deren Namen selbst Viellesern nichts sagen. Werden deren Bücher denn auch verkauft? Das werde sich einspielen, glaubt Nina George, oft haben die Läden nach einer Lesung noch signierte Bücher da, dann sei der Autor den Kunden auch geläufig. Von ihr, die in Hamburg lebt, haben Buchhandlungen in Bad Pyrmont und in Oerlinghausen „Die Mondspielerin“ und „Das Lavendelzimmer“ vorrätig, weil sie dort zuletzt gelesen hat. Idealerweise könnten sich Autoren mit den Läden in ihrer Nachbarschaft darauf einigen, dass sie vorbeikommen und Bücher signieren, wenn die Nachfrage besteht.

In den USA ist das Ganze gerade eine Nummer größer angelaufen. Hundert prominente Autoren von Hillary Clinton bis Donna Tartt haben für Barnes & Noble je rund 5000 Exemplare signiert, die nun über die 650 Läden der Buchhandelskette im Weihnachtsgeschäft verkauft werden sollen. Die New York Times beschreibt die Bücher als „etwas, das sich nicht downloaden lässt“: Mit Unterschrift hat das Papierbuch dem elektronischen gegenüber einen entscheidenden Vorteil. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen die „Lieblingsbuch“-Organisatoren aber nicht eine Kette, sondern viele kleine Läden unterstützen. Indirekt nutzen sie sich selbst. Ein engagierter Buchhändler hilft dem Leser durch gute Beratung. Und er hilft dem Autor mit guten Verkäufen.