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Kommentar zu Merkel im Tschador: ARD-Fotomontage befeuert Hass und Rassismus

„Bericht aus Berlin“

Die Fotomontage wurd heftig kritisiert.

Foto:

ARD

Satire darf alles. Sie darf, sie muss sogar übertreiben, sie soll weh tun, den Finger in die Wunde legen, dort ansetzen, wo der Grat ganz schmal wird. So jedenfalls empfand es Schriftsteller Kurt Tucholsky, auf den dieser erste Satz zurückgeht.

Wo hört Satire auf? Und wo fängt Political Incorrectness an? Darf ein öffentlich-rechtlicher Sender wie die ARD in ihrem „Bericht aus Berlin“ Bundeskanzlerin Angela Merkel verhüllt durch einen schwarzen Tschador vor einem mit Minaretten durchzogenen Reichstagsgelände zeigen, und ob der wachsenden Flüchtlingszahlen in Deutschland nach der Entwicklung unserer Werte fragen? Nach unseren Frauenrechten? Nach unserer Presse- und Meinungsfreiheit?

Fotomontage ein misslungener Witz

Ja. Die ARD darf es. Aber sie sollte es nicht tun. Denn sie schürt damit Ressentiments und Ängste gegenüber Menschen, die unsere Hilfe benötigen, die verstört und traumatisiert auf der Suche nach Sicherheit in unser Land flüchten. Sie befeuert damit Islamfeindlichkeit, Hass und Rassismus.

Sie vermittelt genau das Bild, vor dem die Pegida-Wutmenschen warnen: Die Islamisierung des Abendlandes, die Überflutung Deutschlands mit Fremden, dem Verlust unserer Werte, dem Nicht-mehr-zu-Hause-Fühlen im eigenen Land.

Die Fotomontage spielt Rechtspopulisten zu. Von einer Redaktion wie der des ARD-Hauptstadtstudios kann man mehr Fingerspitzengefühl erwarten. Die Satire kann nicht jedem Witz den Rücken frei halten. Und den schlechten schon mal gar nicht.