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Pensionierter Talk-Master: Harald Schmidt talkt für PR-Agentur

Die Harald Schmidt-Show wird am 13. März 2014 zum letzten mal ausgestrahlt.

Die Harald Schmidt-Show wurde am 13. März 2014 zum letzten mal ausgestrahlt.

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dpa

Köln -

Als Erster tritt Helmut Zerlett mit seinem Umhänge-Keyboard auf, dann folgt die restliche Band, dann steht ein groß gewachsener, grauhaariger Mann im dreiteiligen Anzug vor der bekannten „Köln bei Nacht“-Kulisse und sprüht mit Schaumfestiger eine weiße Linie auf den Studioboden, um seinen Standort auf der Bühne zu markieren. Willkommen zu einer diskreten Neuauflage der Harald-Schmidt-Show aus Köln-Mülheim!

Am 13. März diesen Jahres hatte sich der Entertainer von seiner Fernsehfangemeinde verabschiedet und eigentlich mit dem Thema Late Night-Show abgeschlossen. Doch an diesem Mittwochabend im Studio 449 werden Erinnerungen an die großen Jahre in der ersten Sat.1-Phase wach, als Parodist und Beleidiger läuft Dirty Harry zu Hochform auf.  Mit hängender Schulter imitiert er „Heute-Journal“-Mann Claus Kleber, ebenso das Rumpel-Englisch des Nato-Generalsekretärs Fogh Rasmussen und das „Riesling-Gebrabbel“ von Jean Claude Juncker, dessen Einlassungen zur Eurokrise „immer nach Grillabend klingen“.

„Parkplatz-Einweihung bei Obi"

Gastgebers des Abends ist die Kölner Kommunikationsberatung Instinctif Partners, die 2003 von dem Finanzjournalisten Ulrich Stockheim gegründet wurde und seither umgekehrt proportional zu Harald Schmidts Einschaltquoten gewachsen ist. Aktuell arbeiten in Deutschland 60 und weltweit 400 Mitarbeiter für die Agentur. Anlass für die Sause in Köln-Mülheim ist der neue, im Mai eingeführte Unternehmensname. Stockheim und Schmidt begegneten sich im Frühjahr zufällig an Bord eines Germanwings-Fliegers, da wurde die Idee für die Show geboren. Auf den Auftraggeber zugeschnitten ist Schmidts freundlicher Schnelldurchlauf durch die Firmengeschichte, gespielt mit Playmobil-Figuren. Der Medienprofi Schmidt weiß natürlich, dass so ein bestellter Auftritt auch die Frage aufwirft, ob er nichts Besseres zu tun, also haut er vorsichtshalber dazu gleich selbst eine Pointe raus: „Wir haben um 22 Uhr noch eine Parkplatz-Einweihung bei Obi.“

Zwei Studiogäste werden ausgewählt, um eine Szene aus dem Kapitalismus-Klassiker „Wall Street“ neu zu synchronisieren. „Ich gehöre doch nicht zu den Idioten, die das Geld zum Fenster rausschmeißen“, lautet ein Part aus der Gordon Gekko-Rolle „Ist Ihnen dieser Satz schwer gefallen?“, fragt Schmidt danach den Freiwilligen. Der Mann arbeitet im richtigen Leben für die Deutsche Bank.