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Anti-Kirchen-Video „Dunk den Herrn“: Staatsanwaltschaft prüft Kebekus' Kirchen-Satire

Carolin Kebekus

Carolin Kebekus

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dpa

Köln -

Die Staatsanwaltschaft Köln prüft eine Kirchensatire der Komikerin Carolin Kebekus (33) auf den Anfangsverdacht einer Straftat. Derzeit sichere die Kriminalpolizei den Videoclip, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Dienstag in Köln. Danach werde man sich mit einigen Kollegen „das Stück zu Gemüte führen, um zu prüfen, ob ein Anfangsverdacht überhaupt vorliegt“, so Willuhn.

Die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, Anzeigen nachzugehen. Vom Ergebnis sei abhängig, ob ein förmliches Ermittlungsverfahren überhaupt eingeleitet werde, betonte Willuhn. „Die Hürden, bis Satire strafrechtlich relevant wird, sind jedoch sehr hoch.“

Zehn Anzeigen

Inzwischen seien bei ihm zehn Anzeigen gegen den Videoclip eingegangen, sagte Willuhn. Neun davon entsprächen der Vorlage, die die katholische Pius-Bruderschaft auf ihrer Internetseite veröffentlicht hatte. Die Bruderschaft hatte ihre Anhänger dazu aufgefordert, Anzeige gegen das Video zu erstatten.

In dem Clip „Dunk den Herrn“ singt Kebekus als Nonne und Messdiener verkleidet einen Rapsong mit Kirchenkritik und spart nicht mit frivolen Gesten. Der WDR hatte den Clip nicht gesendet, weil er - mit Blick auf die Achtung religiöser Überzeugungen - an einigen Stellen gegen das WDR-Gesetz verstoße. (dpa)