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Neue Co-Chefredakteurin: Bascha Mika geht zur Frankfurter Rundschau

Neue Co-Chefredakteurin der FR: Bascha Mika.

Neue Co-Chefredakteurin der FR: Bascha Mika.

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dpa-tmn

Die passende politische Haltung bringt sie mit, die Erfahrung mit knappen Budgets und gering bezahlten Redakteuren ebenso. Zum 1. April wird die frühere taz-Chefin Bascha Mika neben Arnd Festerling Co-Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau.
Die Personalie lässt darauf schließen, dass der Verlag sowohl das journalistische Profil als auch die Marktstellung der Rundschau stärken will. Zuletzt war bekannt geworden, dass die vom Ballast einer eigenen Druckerei befreite Zeitung zumindest operativ 2013 profitabel war.

Die Rundschau gehört der Fazit-Stiftung. Sie hat sie nach der Insolvenz Ende 2012 von der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS), die auch die Berliner Zeitung herausgibt, und der SPD-Medienholding ddvg übernommen. Seither erscheinen alle drei Tageszeitungen in der Main-Metropole – Frankfurter Rundschau, FAZ und Frankfurter Neue Presse –redaktionell eigenständig unter demselben Dach.

In den ausschließlich männlich besetzten Führungsriegen des Frankfurter Unternehmens wird Bascha Mika, die – so schrieb ein Kollege kürzlich anlässlich ihres 60. Geburtstags – wie niemand sonst „das Wort Testosteron so hübsch verächtlich aussprechen (kann) wie sie“, die erste und einzige Frau sein. Lesern der Berliner Zeitung und auch der Rundschau ist sie seit Jahren als Kolumnistin vertraut. Gerade erschien ihr Buch „Mutprobe. Frauen und das höllische Spiel mit dem Älterwerden“, das inzwischen auf Platz elf der Spiegel-Bestseller-Liste vorgerückt ist. Außerdem ist sie Honorarprofessorin an der Universität der Künste Berlin.

Gleichberechtige Chefredakteure

In den elf Jahren an der Spitze der taz führte Mika den Online-Auftritt ein, Schwerpunktseiten, die inzwischen in allen Zeitungen gang und gäbe sind, sowie „taz 2“ und die „Wochenend-taz“. Das lässt vermuten, dass von ihr auch bei der Rundschau konzeptionell einiges zu erwarten ist.

Festerling, seit Juli 2012 an der Redaktionsspitze, und Mika werden gleichberechtigte Chefredakteure sein. Zwar gab es am Mittwoch keine Information darüber, wie sich die beiden ihre Aufgaben untereinander aufteilen wollen. Anzunehmen ist, dass sich Festerling als ehemals Verantwortlicher für die Stadt- und Regionalberichterstattung mehr um das Regionale und das operative Tagesgeschäft kümmern wird, während sich Mika den überregionalen Themen widmen und in der Öffentlichkeit das Gesicht der Zeitung sein wird.

Die Auflage der Frankfurter Rundschau wird nicht mehr einzeln ausgewiesen. Zuletzt betrug sie rund 80 000 verkaufte Exemplare. Die Zeitung ist Kunde der MDS-Redaktionsgemeinschaft in Berlin, von der sie täglich Artikel zu Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur bezieht.