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Reklame: Werberat rügt sechs Firmen wegen sexistischer Werbung

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Seit Jahresbeginn hat der Werberat sechs Unternehmen öffentlich gerügt. (Symbolbild)

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dpa

Berlin -

Der Deutsche Werberat hat seit Anfang des Jahres sechs Unternehmen öffentlich gerügt. Trotz Aufforderung durch die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft hätten die Unternehmen ihre sexistische und Gewalt verharmlosende Werbung nicht abgesetzt, teilte der Rat am Dienstag in Berlin mit. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2014 rügte die Kontrolleinrichtung 14 Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2015 waren es sieben Unternehmen gewesen. Die Bilanz für das Jahr 2015 wird Mitte März vorgestellt.

fuck your face-werbung

Laut Werberat ist die Werbung des Modegeschäfts „delikat fashion and shoes“ der Besorgnis erregendste Fall.

Das Modegeschäft „delikat fashion and shoes“ in einem Magdeburger Einkaufszentrum etwa warb den Angaben zufolge in einer Anzeige mit dem Bild einer auf einem Tisch drapierten nackten Frau, die von vermutlich mehreren Männern umringt ist. Daneben war der Slogan „Fuck your Face“ zu lesen. Der Werberat verurteilte die Anzeige als „sexistisch und Gewalt gegenüber Frauen verharmlosend“.

Ein weiteres Beispiel ist laut Werberat die Anzeige der Firma „MessKing“ aus dem bayerischen Schonungen. Sie bewarb Messgeräte mit dem Spruch: „Noch Budget? Dann zugreifen...“. Dazu sei das Bild einer Frau zu sehen gewesen, die ihren „Weihnachtsmantel“ öffnet und in Reizwäsche dasteht. Die Werbung weise „keinen Produktbezug“ auf, kritisierte der Werberat. Die Reklame reduziere Frauen auf ihre Sexualität und lege „Verfügbarkeit nahe“.

juetten koolen autovermietung

Ein Autohändler aus NRW warb für eine Preisreduzierung bei Neuwagen.

Die Firma „Jütten & Koolen Automobile“ aus Waldfeucht in Nordrhein-Westfalen wirbt mit einer sich in Dessous räkelnden Frau. Währenddessen ist vor ihr ein Miniaturwagen platziert. Dazu erscheint über ihr der Slogan „Scharfe Kurven...von meinem EU-Neuwagen“. Der Werberat sieht hier einen „Verstoß gegen die Diskriminierungsregeln“.

city paintball hamburg

Bock auf Ballern? So wirbt ein Paintball-Veranstalter aus Hamburg.

„Bock auf Ballern?“ - dieser Slogan steht auf dem Plakat der „City Paintball Hamburg“. Natürlich ist auch hier eine in Dessous und High Heels gekleidete Frau der zentrale Aspekt der Werbung. Der Werberat beanstandete, dass die Frau „nur als reiner Blickfang“ und damit „bloß auf ihren Körper“ reduziert werde.

Die Rüge ist die schärfste Form der Kritik durch den Werberat. Sie wird dann ausgesprochen, wenn Unternehmen trotz Beanstandung ihre Reklame nicht ändern oder zurückziehen. (afp, red)