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Meryl Streep, David Bowie und "Better Call Saul": Die Highlights der Berlinale 2016

Vom 11. bis zum 21.02.2016 finden die 66. Berliner Filmfestspiele am Potsdamer Platz statt.

Vom 11. bis zum 21.02.2016 finden die 66. Berliner Filmfestspiele am Potsdamer Platz statt.

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dpa

Am 11. Februar ist es wieder soweit - die Berlinale beginnt. Zum 66. Mal finden in der Hauptstadt die Internationalen Filmfestspiele Berlin statt und bringen nicht nur einen Hauch von Hollywood an den sonst eher tristen Potsdamer Platz, sondern lassen auch die Herzen vieler Filmfans höher schlagen - bekommen sie hier doch Produktionen aus aller Welt zu sehen, die womöglich nie regulär im Kino anlaufen.

Man muss aber kein Cineast sein, um im Programm der Berlinale etwas zu finden, das einen Besuch lohnt. Egal, ob Sie nur mal kurz zum Roten Teppich flanieren wollen, um einen Blick auf Meryl Streep zu erhaschen, oder ob Sie eigentlich viel lieber Serien gucken und Platten hören - unsere Übersicht bietet für jeden Geschmack etwas. Viel Spaß beim Stöbern!

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Für Autogrammjäger: Promis auf dem Roten Teppich

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat es auf der Pressekonferenz am Dienstag noch mal klar betont - dass Meryl Streep in diesem Jahr den Vorsitz der Wettbewerbsjury übernimmt, ist vor allem den Berlinern zu verdanken. "Das Publikum hat Meryl Streep bei der Verleihung des Goldenen Ehrenbären vor zwei Jahren einen Orkan der Begeisterung und Zuwendung entgegen gebracht", sagte er.

Aber die Oscar-Preisträgerin ist längst nicht der einzige Hollywoodstar im Aufgebot der diesjährigen Berlinale. Wer sonst noch anlässlich von Premieren über den Roten Teppich schreitet, zeigt unsere Bildergalerie.

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Für Oscar-Fans: Die tollsten Frauen in einer Ausstellung

Vom Beginn der Oscar-Verleihungen im Jahr 1929 bis heute ist eine der wichtigsten Kategorien die der „Besten Hauptdarstellerin“. Die Ausstellung „Best Actress“ in der Deutschen Kinemathek ist eine Hommage an die 73 Darstellerinnen, die bis heute mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet worden sind.

Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn, Kate Winslet, Ingrid Bergman und Halle Berry, Liza Minnelli und Meryl Streep waren auch immer Stilikonen ihrer Zeit. Neben zahlreichen Filmrequisiten, Fotos, Plakaten und audiovisuellen Installationen zeigt die ihnen gewidmete Schau auch ihre Originalkostüme - etwa ein Kleid, das Berlinale-Jurypräsidentin Meryl Streep im Film "The Iron Lady" trug.

Wann: Di-Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr

Wo:Deutsche Kinemathek, Potsdamer Straße 2

Eintritt: 7 Euro, Donnerstag von 16-20 Uhr Eintritt frei

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Für Musik-Fans 1: Schauspieler mal anders

Das Berlinale Open House in der Audi Lounge, ein zweistöckiger Pavillon direkt am Marlene-Dietrich-Platz, bietet Filmfans nicht nur den besten Blick auf den Roten Teppich, sondern auch ein tolles Rahmenprogramm - und das bei freiem Eintritt. Besonders zwei Termine möchten wir Ihnen ans Herz legen:

Am 13. Februar schlägt die deutsch-iranische Schauspielerin Jasmin Tabatabai (die musikalisch bereits im Film "Bandits" auffiel - siehe Video) mit ihrer Jazzband einen Bogen von Kurt Weill über englische Rock-Hymnen aus den 90ern bis hin zum französischen Chanson und einem persischen Folk-Song. Und am 19. Februar spricht der Berliner Schauspieler Frederick Lau ("Victoria") erst über seine persönlichen Berlinale-Erlebnisse - um im Anschluss am DJ-Pult die letzte Berlinale Lounge Night zu beschallen.

Wann: Jasmin Tabatabai & Band am Samstag, 13. Februar, 20 Uhr / DJ Frederick Lau am Freitag, 19. Februar, 20 Uhr

Wo: Audi Berlinale Lounge, Marlene-Dietrich-Platz. Alle Termine im Berlinale Open House gibt es hier.

Eintritt: frei

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Für Musik-Fans 2: Eine Hommage an David Bowie

Sein Spiel mit unterschiedlichen Images setzte David Bowie auch auf der Leinwand fort: Als humanoid-reptiloider Außerirdischer mit Borsalino und im feinen Anzug ist er in "The Man Who Fell To Earth" für seinen Wüstenplaneten auf Wassersuche. Da er über eine verfeinerte Intelligenz verfügt, durchschaut er schnell die Mechanismen der Macht und der Wirtschaft - und reagiert gleichzeitig besonders sensibel auf menschliche Gefühle.

Man kann Nicolas Roegs melancholischen Science-Fiction-Film durchaus als bebilderte Fortsetzung von David Bowies Alben verstehen. Als Tribut an den kürzlich verstorbenen Allround-Künstler mit den vielen Gesichtern zeigt die Berlinale den mittlerweile zum Klassiker gewordenen Kultfilm, der bereits 1976 im Wettbewerb des Festivals lief.

Wer keine Karten mehr für die einzige Vorführung im Friedrichstadt-Palast bekommen sollte, kann Bowie stattdessen in der Berlinale Lounge feiern: Das Team von „Ein Hit ist ein Hit“ (Ballhaus Berlin) bietet dort Bowie-Songs von Überraschungsgästen, Geschichten, Schaubilder und Plaudereien mit Zeitzeugen, darunter exklusiv zur Berlinale ein Ehrengast aus dem privaten und beruflichen Umfeld des Musikers.

Wann: Freitag, 12. Februar; Film um 21 Uhr / Lounge Night ab 20 Uhr

Wo: Friedrichstadt-Palast / Audi Berlinale Lounge

Eintritt: frei bei der Lounge Night; Karten für den Bowie-Film gibt es ab 8. Februar hier.

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Für Hardcore-Cineasten: 485 Minuten Kolonialherrschaft

Ein Wettbwerbsfilm, der über acht Stunden lang ist? Kein Witz! Regisseur Lav Diaz durchleuchtet in "Hele Sa Hiwagang Hapis (A Lullaby to the Sorrowful Mystery") den Mythos um Andrés Bonifacio y de Castro, der bis heute als Vater der philippinischen Revolution gefeiert wird - und unternimmt eine 485-minütige Expedition in die bewegte Geschichte seines Heimatlandes.

Mythologie, Fakten und Geschichtsempfinden fließen in diesem Schwarz-Weiß-Film ineinander. Man stelle sich nur vor, dieses epische Werk gewinnt den Goldenen Bären - und die Ehrengäste sitzen bei der anschließenden Vorführung bis fünf Uhr morgens im Berlinale Palast fest... immerhin dürfen die Zuschauer 60 Minuten Pause machen, um sich zu stärken - zum Beispiel an einem der Stände auf der Berlinale-Street-Food-Meile.

Wann & Wo: Donnerstag, 18. Februar, 9.30 Uhr im Berlinale Palast / Freitag, 19. Februar, 10 Uhr im Haus der Berliner Festspiele

Eintritt: 14 Euro, Karten gibt es ab 8. Februar hier.

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Für Politik-Interessierte: Schwerpunkt Flucht und Migration

Beim politischen Thema des Jahres zeigt sich die Berlinale am Puls der Zeit: Zahlreichen Beiträge drehen sich um Flüchtlingsfragen. Hier eine Auswahl der vielversprechendsten Filme in den verschiedenen Sektionen:

"Fucoammare - Fire ath the Sea" (Wettbewerb): Samuele ist zwölf und lebt auf einer Insel im Mittelmeer, weit entfernt vom Festland. Doch seine Heimat ist keine Insel wie alle anderen. Sie heißt Lampedusa und gilt als Metapher für die Fluchtbewegung nach Europa. Regisseur Gianfranco Rosi nähert sich durch Alltagsbeobachtungen ihren Bewohnern, die einem permanenten Ausnahmezustand ausgesetzt sind.

Alle Termine und Kinos: berlinale.de/de/programm

"Havarie" (Forum): Mit Hilfe einer Tonmontage hat Regisseur Philip Scheffner den kurzen Youtube-Film eines Flüchtlingsbootes in Seenot auf 93 Minuten ausgedehnt: Wir hören die Seerettung am Funk, den irischen Tourist, der die Kamera von einem Kreuzfahrtschiff aus hielt, Schiffsangestellte, und russische und ukrainische Frachtarbeiter, die von Begegnungen mit diesem (oder einem anderen) Flüchtlingsboot erzählen.

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"And-Ek Ghes..." (Forum): Vom selben Regisseur kommt das Porträt der Familie Velcu, die von Rumänien nach Berlin übersiedelt. Der schmerzhafter Abschied von den Verwandten, die Ehefrau weggesperrt im fernen rumänischen Gefängnis, die Berliner Parks, in denen gegrillt wird - immer ist Scheffner dabei. Auch die Stereotypen von Roma-Familien werden in diesem Film rege diskutiert.

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Meteorstraße (Perspektive Deutsches Kino"): Mohammed ist 18. Vor dem Krieg aus dem Libanon nach Deutschland geflohen, leben er und sein Bruder in einer heruntergekommenen Wohnung in Berlin-Tegel. Zwischen der Hoffnung auf eine Ausbildung und den eigenen Kriegserinnerungen sucht der junge Palästinenser nach Orientierung auf dem Weg zum Erwachsensein.

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"Road to Istanbul" (Panorama): RegisseurinRachid Bouchareb verhandelt ein Thema von brennender Aktualität - die Verführungskünste des Dschihad. Elisabeth lebt mit ihrer Tochter Elodie in der idyllischen belgischen Provinz. Eines Tages muss sie erfahren, dass ihr Kind sich in Syrien dem Islamischen Staat angeschlossen hat - und bricht auf, um die 20-Jährige zurückzuholen.

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++ Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die besten Berlin-Filme, Neue Serien-Premieren, Berlinale im Kiezkino und die schrillste Party ++

Für Serien-Fans: TV-Premieren auf der Berlinale

Nach dem Erfolg von "Berlinale Special Series" präsentieren die Filmfestspiele auch 2016 Episoden aus sechs neuen internationalen Serienproduktionen. Dazu gehört die zweite Staffel der US-Serie „Better Call Saul - Season 2“ vom "Breaking Bad"-Erfinder Vince Gilligan, die ab 15. Februar im US-Fernsehen läuft. Regisseurin Susanne Bier („Love Is All You Need“) zeigt ihre Adaption von John le Carrés Agententhriller „The Night Manager“.

Und die BBC-Produktion "Love, Nina" mit Helena Bonham Carter in der Hauptrolle zeigt heitere und melancholische, skurrile und liebenswerte Miniaturen aus dem Alltag einer Nanny vom Lande, die im London der Achtzigerjahre Fuß fassen will - kein geringerer als Nick Hornby hat das gleichnamige Buch von Nina Stibbe für den britischen Sender adaptiert.

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Für Historiker und Berlin-Fans: Die Hauptstadt im Film

Einen Kracher wie Sebastian Schippers Wettbewerbsbeitrag "Victoria" aus dem letzten Jahr sucht man diesmal leider vergeblich im Programm. Trotzdem gibt es auch bei der Berlinale 2016 eine Reihe von Filmen - vor allem alte Klassiker - in denen die deutsche Hauptstadt eine wichtige Rolle spielt. Hier eine Auswahl der vielversprechendsten Werke:

"Where to invade next" (Berlinale Special): Wo einmarschieren? Der oscarprämierte Dokumentarfilmer Michael Moore bietet dem Pentagon in seiner neuen Dokumentation an, ab sofort das Einmarschieren in ferne Länder als Ein-Mann-Armee zu übernehmen. Bei seiner ebenso heiteren wie nachdenklichen Invasion entstand ein Film über die USA ohne eine einzige Einstellung auf US-amerikanischem Boden - unter anderem geht Moore an den Resten der Berliner Mauer spazieren und erinnert sich daran, wie unmöglich es einst erschien, dass diese fällt.

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"Alone in Berlin - Jeder stirbt für sich allein" (Wettbewerb): Juni 1940 in Berlin. Die nationalsozialistische Propaganda feiert den Sieg über Frankreich, während in einer Wohnküche in Prenzlauer Berg tiefe Trauer herrscht. Der Sohn von Anna und Otto Quangel ist an der Front gefallen. Lange hat das Arbeiterehepaar an den „Führer“ geglaubt, nun erkennt es seine Versprechungen als Lüge und Betrug. Der bereits mehrfach verfilmte Roman von Hans Fallada gilt als authentisches Zeugnis des Alltagslebens in Berlin während der NS-Zeit – eine leise, eindringliche Hymne auf Mut und Menschenwürde in einer Atmosphäre der Bespitzelung und Bedrohung. Mit Daniel Brühl und Emma Thompson.

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"1 Berlin-Harlem" (Teddy 30): Ein in West-Berlin stationierter afroamerikanischer Soldat erlebt in diesem Filmklassiker von 1974 immer wieder alltäglichen Rassismus, der sich auch in sexuellen Zudringlichkeiten äußert. Mit Cameos von Ingrid Caven, Peter Chatel, RW Fassbinder, Günter Kaufmann, Tally Brown, Dietmar Kracht, Evelyn Künneke.

Dienstag, 16. Februar, 17 Uhr im Kino International

"Berlin um die Ecke"(Retrospektive): Ost-Berlin, Mitte der sechziger Jahre. Die Freunde Horst und Olaf, Mitglieder einer Jugendbrigade in einem Metallbetrieb, sind mit ihrer Benachteiligung als junge Facharbeiter und manch anderem unzufrieden und geraten darüber mit älteren Kollegen häufig aneinander. Vorgeworfen wurde den Autoren unter anderem, sie hätten die sozialistische Wirklichkeit unfreundlich und trist gezeichnet. Der Film wurde verboten und blieb Fragment. 1987 wurde er – noch in der DDR – in einer Rohschnittfassung erstmals aufgeführt, bevor er 1990 fertiggestellt werden konnte.

Alle Termine und Kinos: berlinale.de/de/programm.Noch mehr Filme dieser Art liefert die Festivalsektion Retrospektive.

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Für Kiez-Kartoffeln: Schlemmen im Lieblingskino

Seit 2010 zieht der Fliegende Rote Teppich der Berlinale an insgesamt sieben Abenden während des Festivals von Programmkino zu Programmkino und besucht das Berliner Publikum in „seinen“ Kiezkinos. Gleich vier Kinos sind in diesem Jahr zum ersten Mal bei "Berlinale goes Kiez" dabei: Das ACUDkino in Mitte (hier läuft auch der Film "Berlin um die Ecke", siehe oben), Il Kino in Neukölln, die Neuen Kammerspiele in Kleinmachnow und das City Kino Wedding. Hier ist am 19. Februar sogar das Kulinarische Kino zu Gast: In "The Singhampton Project" hat sich ein deutsch-kanadischer Koch mit einem Landschaftskünstler zusammengetan, weil er Menschen dazu anregen will, zu verstehen, wo gutes Essen herkommt.

Wann & Wo: Freitag, 19. Februar, 18.30 Uhr im City Kino Wedding. Anschließend Menü von Vincent Garcia im Restaurant Pastis im Centre Français am oberen Ende der Müllerstraße.

Eintritt: Film, Essen, Wasser und Wein kosten 40 Euro pro Person. Karten gibt es ab 8. Februar hier.

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Für Partypeople: Der Teddy feiert Geburtstag

Der weltweit einzige LGBTIQ – kurz queere - offizielle Filmpreis auf einem A-Festival feiert 30-jähriges Jubiläum: Seit 1987 wird der Teddy Award in den Kategorien Kurz-, Dokumentar- und Spielfilm an queer-relevante Filme aus dem gesamten Berlinale-Programm vergeben und ist sich inzwischen weltweiter Aufmerksamkeit sicher. Das Jubiläumsprogramm zeigt insgesamt 17 Filme - unter anderem die Weltpremiere der Erst-Restauration von "Anders als die Andern" (Deutschland 1919). Der Film von Richard Oswald ist der erste schwule Film der Filmgeschichte. Bei der Preisverleihung wird das 30-jährige Jubiläum dann mit zwei grandiosen Musikern gefeiert - John Grant und Kovacs. Das wird ein Fest!

Wann & Wo: 30 Jahre Teddy Award, Freitag, 19. Februar um 21 Uhr in der Station Berlin, Luckenwalder Str. 4-6

Eintritt: Gala ab 32 Euro (das Ticket beinhaltet die Party), Karten auf teddyaward.tv

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Für Literatur-Fans: Das berühmteste Tagebuch der Welt

Es ist eines der beliebtesten Jugendbücher der Welt: Die junge Anne Frank versteckt sich während der deutschen Besetzung in einem Amsterdamer Hinterhaus und schildert ihre Wünsche, Sehnsüchte und Ängste in ihrem Tagebuch. Basierend auf ihren Aufzeichnungen und mit prominenter Besetzung erzählt der Film diese Geschichte nun für eine neue Generation. Bei der Berlinale feiert er Weltpremiere in der Sektion "Generation 14plus".

Alle Termine und Kinos: berlinale.de/de/programm.

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Für Selfie-Poser: Die Berlinale im Social Web

Wer mag, kann seine schönsten Festivalmomente unter dem Hashtag #berlinalemoments auf Twitter oder Instagram posten - sie werden dann auf der Webseite moments.berlinale.de gesammelt.

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